Außerplanmäßiger Termin - 20. Mai bis 22. Mai 2004 Frankreich

Von Inge Schulze

Die Gemeinde Ginsheim-Gustavsburg ist seit 15 Jahren verschwistert mit einer Gemeinde in Frankreich und einer im Senegal. Dies wurde in diesem Jahr auf verschiedene Arten gefeiert. Ein Teil dieser Verschwisterungs-Jubiläums-Feierlichkeiten war , dass Vereine aus allen 3Gemeinden auf eine von Ihnen gewählte Art und Weise, ein Stück Etappe nach Paris oder Bouguenais oder Ballou übernehmen.

Wir hatten davon gehört, dass der in Ginsheim ansässige Verein VESPA und KIRCHE mit den Motorrollern dort mitmachen wolle. Wir natürlich die Mitglieder versammelt und auch eine stolze Zahl von Rollerfahrern animiert zum Mitfahren. Nicht nur, dass es das erste Mal war, das zwei Vereine aus den Nachbargemeinden sich so zusammen schlossen, es war auch das erste Mal, dass unsere Gruppe mit so vielen Rollern gemeinsam aus Deutschland heraus fuhr. Unser Reiseleiter, Herr Klopp, Abgeordneter der Gemeindeverwaltung, hatte erst so seine Bedenken, aber als es dann morgens pünktlich losging, nicht ohne vorher genug Fotos für die Presse zu knipsen, vorne und hinten von unserem geschulten Führungspersonal...gesäumt, im Begleitbus mit einem von uns gemeinsam erarbeiteten Fahrplan im Navigationsgerät und Funk ausgestattet , war doch die Freude größer als die Bedenken. Ein tolles Bild, als wir an der B9 entlang nach Worms fuhren, über Bad Dürkheim, wo am FAß zuerst ein Kaffepäuschen eingelegt wurde, erste Benzingespräche geführt wurden und dann ganz im Zeitplan, nach Wissembourg ins Elsaß weitergerollert wurde. Dort Mittagessen, dann Weiterfahrt über Hagenau bis nach Saverne, das erste Etappenziel unserer Ausfahrt. Unterbringung in einem interessanten Hotel ,dass bei den einen oder anderen liebevoll als "Tupperhotel" bezeichnet wurde... Direkt am Marnekanal, an dem unsere Etappen-Vorläufer mit Schiffen die erste Etappe nach Paris erschippert hatten.

Am nächsten Tag wurde nach dem Frühstück gestartet in Richtung HESSE, wo die eigentliche Etappe für uns Rollerfahrer offiziell beginnen sollte. Unterwegs kamen wir amSchiffshebenwerk in Arzviller vorbei, in dem Schiffe wie in einem Aufzug schräg am Berg hochgezogen werden, um so 45m Höhenunterschied des Kanals zu überwinden. Durch wunderschöne kleine Sträßchen entlang der Marne kommen wir dann am Bootsanleger in HESSE an und sofort wird wieer gesammelt für das Pressefoto.Ein bisschen geschnackt, und schon geht es weiter nach Luneville, wo eine längere Rast mit Mittagessen eingeplant ist.

Doch erstens kommt es anders... Plötzlich über Funk die Meldung. Achtung, Panne, alle Mann anhalten. Gesagt, getan. Es stellte sich heraus, dass ein Fahrer des anderen Clubs mit seiner X9 einen Platten am Vorderrad hatte; ein Stück Holz war der Übeltäter. Gott sei Dank hatten wir ja auch einen Anhänger mit für alle Fälle. Aufladen des beschädigten Fahrzeugs und weiter gings Richtung Mittagspause. In Luneville gleich einen Rollerhändler gefunden, doch dort nur die Auskunft, solche Reifengrößen führen sie nicht. Also Trennung der Gruppe in zwei Lager, die einen fuhren mit Inge Schulze als Führung quer durchs Ländchen um Zeit zu schinden, da das Begleitfahrzeug mit Hänger und Bruno als Mechaniker als enzigem Roller im Schlepptau nach Nancy fuhren wegen Ersatzradbeschaffung. Treffpunkt sollte ein kleiner Ort vor Nancy sein, an dem wir dann warten sollten. Eigentlich war geplant,mittags gegen 16.00 Uhr Ankunft in Nancy, Stadtbesichtigung, etc. Nächster Tag, letztes Etappenziel in Toul anfahren, von wo die nächste Gruppe ihr Etappe starten sollte. Doch dann haben wir wegen des sich verschlechternden Wetters beschlossen, heute noch Toul anzufahren, nachdem dann die Gruppe wieder komplett war, zwar ohne Ersatzrad, aber das ist eine andere lange Geschichte.. Gesagt getan. Toul wurde errreicht und auf der Brücke mit der Kathedrale im Hintergrund ein Beweisfoto gemacht. Zurück nach Nancy, ins Hotel eingecheckt und dank unseres Reiseleiters, Herrn Klopp, auf dem Place Stanislas in einem tollen Lokal einen schönen Abschlußabend erlebt, in dem alle Stationen dieser Fahr noch einmal durchgehechelt wurden. Der Heimweg durch das herrlich beleuchtete Nancy ließ bei uns die Sehnsucht offen, dass wir nicht das letzte Mal hier waren...

Am nächsten Morgen ging die Fahrt auf einer super zu befahrenden Bundesstraße N74 quer durch Frankreich Richtung Saarbrücken, über Kaiserslautern zurück in die Heimat. Es war zwar empfindlich kühl auf dem Zweirädern, doch ein Abschlußkaffee in Kirchheimbolanden rettete dem einen oder anderen das Leben....Dort trennte sich schon ein Teil der Gruppe, später dann in Nierstein der Rest und jeder war froh, dass ausser dem platten Reifen keine größere Panne zu verzeichnen war. FAZIT - 700 km im Auftrage der Gemeinde Ginsheim-Gustavsburg, von dort erhielten alle Teilnehmer eine Urkunde, die aber nicht nötig gewesen wäre, um uns alle an diese drei tollen Tage zu erinnern.

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