Anrollern - 24. Anlassen in Niedergründau am 24.04.2005

Von Inge Schulze

SAISONSTART 2005

Es sollte eigentlich ein „Anrollern“ werden laut unserem Terminplan zum Donnersberg, doch es entwickelte sich anders. Wir fuhren um neun Uhr los mit 9 Rollern und 2 Motorrädern , die zuerst von uns mit einem Piccolo Sekt getauft wurden, da das eine Jungfernfahrt werden sollte,Richtung Gelnhausen zum „Anlassen“ des Vereins CVM – Christlicher Verein von Motorradfahrern- das unter der Leitung des Motorrad-Pfarrers RUPI bereits am Samstag mit einer Bikerparty begann und nach dem Gottesdienst in Niedergründau mit einer Rundfahrt im Corso zurück zum Gelände der Party in Gelnhausen endete. Wir hatten uns entschieden, über die Autobahn auf dem schnellsten Wege zum Ziel zu gelangen , um erstens unseren Teilnehmern eine Möglichkeit zu geben, sich wieder an die Roller und die Gruppenfahrt zu gewöhnen, zweitens, um noch vor der Andacht einen Kaffee trinken zu können. Gesagt.. getan!. Als wir auf dem Festgelände in Gelnhausen ankamen, dachten wir erst, na ja, von wegen Tausende kommen hierher...;.Wir waren fast mehr Rollerfahrer als Motorradfahrer, keine Schlange an den Imbissständen, seltsam, !?.

Also gestärkt sind wir dann los Richtung Niedergründau , wo der Gottesdienst stattfinden sollte, unterwegs an allen Abzweigungen von Ordnern geleitet, um nicht vom rechten Wege abzukommen. Dort zuerst nur ein paar Motorräder am Wegrand, ein paar wenige Motorradfahrer zu Fuß unterwegs Richtung Kirche, dann am Eingang zur Kirche dann doch eine geballte Menge an lederbekleideten Menschen, aber als wir dann von den Ordnern zum Parkplatz weitergeleitet wurden, ging uns ein Licht auf. Hier sind wirklich Tausende unterwegs zum „ANLASSEN“. Geparkt war schnell, aber ein nachhause fahren vor dem Ende der Veranstaltung war schier unmöglich. Eingekeilt zwischen Motorrädern aller Größen, Farben und Marken, hie und da ein Motorroller, standen wir brav dazwischen und freuten uns unseres Da seins.

In der Kirche wurden wir von lauter Rockmusik empfangen, einem vollen Gotteshaus überrascht, von Menschen aller Art umringt, es waren auch solche da, die wie gewohnt nur Sonntags in die Kirche wollten,

also fein gemacht, da auch zwei Taufen mit auf dem Gottesdienstprogramm standen, die meisten jedoch in Motorradkluft... Auf der Empore war aber für unsere Gruppe noch eine ganze Bank wie bestellt frei und so harrten wir der Dinge die da kommen sollten. Die Rockmusik ließ uns ahnen, das dies ein Gottesdienst ganz anderer Art werden sollte, und als dann noch Punkt 12 Uhr der Pfarrer RUPI mit seinem Motorrad vor zum Altar fuhr und von dort seine Predigt hielt, war keiner mehr auf seinem Platz zu halten. Die Kirche rockte, klatschte, sang und lachte. Es war unbeschreiblich und unvergesslich für jeden von uns. Als Botschaft kam bei uns an. Mehr miteinander, mehr Rücksicht nicht nur beim Fahren . Die Frage tauchte auf, warum hier alles so gut und friedlich ablief. Die Antwort war: das sind halt Motorradfahrer.... All you need is love, war auch ein Lied des Gottesdienstes. .wie wahr!

Das Anlassen nach der Andacht war dann schon krass. Alle Motorräder, wir aber auch, haben die Motoren gestartet und ein lautes Dröhnen lag in der Luft, was alles andere überdeckte.

Dann ging es nach und nach auf die Rundfahrt und überall an den Straßenrändern in den kleinen Ortschaften rund um die Ronneburg, Richtung Büdingen, standen Menschen und winkten uns zu und hielten Plakate in den Händen mit der Aufschrift, ALLZEIT GUTE FAHRT,

Zurück auf dem Festplatz in Gelnhausen hatten wir Glück mit den Parkplätzen und konnten die Einfahrt der letzten Hundert Maschinen nah beobachten. Vertreten war wirklich alles, ob alt ob jung, ob Rennmaschine, Sofa oder Tourenfahrzeug. Das was einem verbindet ,ist nicht die Maschine, sondern das gemeinsame Hobby. So fühlten wir uns in keiner Weise fehl am Platz, obwohl wir ja „nur“ Rollerfahrer sind. Der Wettergott meinte es auch gut mit uns und so kamen wir dann gegen 19.00 Uhr wohlbehalten und glücklich zu Hause an.

Dieses Anrollern war anders als unsere bisherigen Ausfahrten, nicht der Weg war das Ziel, sondern das Ziel war ein Erlebnis besonderer Art für alle.

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