Sauerland-Tour vom 04.08. - 06.08.2006

Von Inge Schulze

Am 4.8.2006 starteten wir mit 6 Rollern und 7 Personen in das geplante Wochenende. Von Gustavsburg ging es um 13.00 Uhr los, von Leeheim startete Günther auch dann und Treffpunkt war die Raststätte "Wetterau" um 13.45 Uhr.

So war's geplant aber es kommt ja oft anders!! Kurz vor Frankfurt reihten wir uns auf der A66 Richtung Miquelallee - A5- ein. Alles soweit o.k. Einen Moment hatte ich die Gruppe durch LKW's nicht im Rückspiegel, weg waren sie... Anhalten, schauen, wo sind sie geblieben?? Dann Anruf von Claudi... wir sind auf Seitenstreifen, Gisberts Roller hat keine Leistung, Bruno und Lutz schrauben... Sie melden sich, wenn es was Neues gibt. So wie so gut, ich rufe also Günther an und spreche auf die Mailbox.: .. es wird später.. Alligäter.....! Dann kommt die Meldung : Reparatur nicht möglich, unsere Werkstatt holt den Roller. Gisbert und Maria fahren dann mit nach Hause und wollen nachkommen mit dem Auto. Wieder alles auf die Roller, zum Treffpunkt Wetterau, Günther eingesammelt und weiter bis Marburg auf der Autobahn. Von dort durch die kleinen Ortschaften geschlängelt bis zum Edersee, wo dann erst einmal eine Kaffeepause sein musste! Der Edersee, hier zu Ende, hatte wieder einmal kaum Wasser, aber die Konditorei leckeren Kuchen.. Preise wie im Kurort, aber man gönnt sich ja sonst nix...

Frisch gestärkt gingt es nun weiter nach Korbach, vorbei an Frankenberg bis wir unserem heutigen Ziel WILLINGEN immer näherkommen. In Usseln stehen auch einige Motorräder in Gruppen vor Hotels, doch wir wollen zum Sauerländer Hof. Endlich WILLINGEN erreicht, unter dem Viadukt aus der Römerzeit hindurch, eines der Wahrzeichen des Ortes , fuhren wir nun kreuz und quer, um unser Hotel zu finden. An einer Tankstelle am anderen Ende der Ortschaft erklärt uns der Tankwart... in der Kurve links rein, gleich wieder rechts, den s t e i l e n Berg runter, unten gleich wieder rechts, dann stehen wir davor. Also los geht es, wenden, die Abbiegung links, der Berg .. ich hatte ein Blackout, konnte nicht runterfahren, war mir zu steil ,schräg und auch ich weiß nicht.. Aber Bruno rettete mich, brachte mein Gepäck samt Hexe heil unten an und alles ist gut! Nachdem wir dann den Hausmeister, der sich anschließend als Chef des Hauses zu erkennen gab, nach dem wie und wohin gefragt hatten, bezogen wir die Zimmer und verabredeten uns zum Umparken der Roller später vorm Haus-. Es ist alles voll o.k.

Ein kleiner Rundgang durch WILLINGEN zeigte uns, dass ein Wochenende eigentlich nicht reicht, um hier alles mal in Augenschein nehmen zu können. Hier gibt es eine Kirche, die eine Kneipe ist und heißt auch noch Don Camillo. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite ist auch Peppone als Restaurant verfügbar, also für alles gesorgt. Warum nach Italien?? Inzwischen sind unsere zwei Pechvögel Gisbert und Maria auch angekommen und nach einem ersten Kühlen Schluck geht es zum gemütlichen Teil des Abends über.. Unser Hotel ist bekannt für seine gute Küche, seinen Service, vor allem auch für Motorradfahrer, da Walter Saure, der Besitzer selbst fährt, bei der Motorradstraße Deutschland, die auch in WILLINGEN jedes Jahr ein großes Treffen veranstaltet, mitwirkt. Wir lassen uns also überraschen.

Das Rauchbier fand regen Zuspruch, das Essen war famos und als Nachtisch gab es von Walter einen Verdauer. Einen ZÜNDFUNKEN. Lecker ,lecker, zum Angewöhnen doch davon mehr am nächsten Tag, Nach so viel Genuss ging es nur noch in die Federn, denn am nächsten Tag wollten wir ja den einen oder anderen Kilometer unter unsere Rollerreifen nehmen.

Nach einem ausgedehnten Frühstück, einigen schnellen Souvenirkäufen im Ort, erfolgreichem Suchen nach dem Wellness-Angebot im Keller des Hotels ging es los. Unser erstes Ziel sind die BRUCHHÄUSER STEINE, die man aber nur mit einer Wanderung von mehr als eine Stunde direkt erreichen kann . Da reichte uns die Zeit nicht, schliesslich wollen wir ja noch ein wenig "KURVENSPASS" haben. Diese Steine sind älter als die Dinosaurier und werden von uns bestimmt auf einem der nächsten Wochenendausflügen noch genauer unter die Lupe genommen. Jetzt folgten Kurven und Orte, von denen wir noch nie etwas gehört oder gesehen hatten. Immer gab es einen Hinweis auf ein Besucherbergwerk, eine Rodelbahn, Skilifte, Brauerein und manchmal dachten wir, wir fahren immer im Kreis. In Siedlinghausen machten wir kurz Halt für ein Foto und damit Günther sich was zu trinken kaufen konnte, doch er nutze die Zeit und futterte auch noch Würstchen, die er im Gepäck hatte....Langsam kamen wir durchs Sorpetal ,vorbei an der Sorpequelle bis zum HENNESEE ,der uns zu einer Rast einlud. Gemütlich saßen wir auf der Terrasse einer Gaststätte, hatten leckeren selbstgebackenen Blechkuchen vor uns und beobachten die Umgebung. Da sahen wir, dass zwei Motorrradfahrer, die ebenfalls rasteten, Probleme mit dem Starten Ihrer Maschine hatten. Einer schiebt, der andere versucht das Starten.. 3 x vergebens.

Doch dann kamen wir, die Rollerfahrer, die vorher belächelt wurden, von wegen . Bruno und Lutz, unsere Helden, zogen die Maschine zurück über den Parkplatz, nahmen Anlauf...... Mit viel Kraft und auch viel Kicher im Bauch, sprang die Kiste an. .Peinlich für die Moppedfahrer, für uns halt wieder ein Beweis, dass Rollerfahrer ruhig gegrüßt werden könnten, denn man kann sie echt gebrauchen....

Zurück in WILLINGEN hatten wir uns noch die Fahrt auf den Ettelsberg vorgenommen, die aber mit einer Sesselbahn vonstatten gehen musste. Claudi und ich hatten mächtig Angst, aber der Gruppe zuliebe, Augen zu und durch.

Oben angekommen sahen wir eine riesige Menschenmenge, die einen Junggesellenabschied feierte, das hielt aber keinen von uns ab, mit dem Aufzug auf die Plattform des Aussichtsturms zu fahren und die grandiose Weitsicht zu genießen.. Noch ein Gruppenfoto zu Erinnerung und dann ab nach unten bevor die letzte Bahn weg war. Jetzt aber heim... wir wollten noch in das Dampfbad und in den Whirlpool des Hotels. Außerdem hatten wir uns zu Grillen bei Walter Saure in dessen Gartenhütte angemeldet... Dabei sein ist alles, das einzig Schlimme war, dass der Whirlpool eiskalt war, aber bei der Hitze, die wir noch haben, ist alles halb so wild.

Kaum an der Gartenhütte angekommen, fing es an zu regnen, doch das tat unserer Stimmung keinen Abbruch, wir zogen in die Gartenhütte um und konnten so nach einem leckeren Grillmenü, den einen oder anderen ZÜNDFUNKEN genießen. Benzingespräche taten ihr übriges, um uns satt und zufrieden Richtung Hotelbetten aufbrechen zu lassen, den einen früher, die anderen später..

Es war ausgemacht, dass wir am Morgen unserer Heimreise noch eine Bergwerksbesichtigung machen wollten. Im Stollen waren Liegestühle aufgestelt, denn hier herrscht eine gleichbleibende Temperatur von 8 Grad und eine Luftfeuchtigkeit, die Asthmakranken hilft. Dann noch eine Überraschung. "Hier ist Stollen drin" sagt der Mann, der uns durch die Gänge führte, gefolgt von seinem blinden Terrier. Es stellte sich heraus, dass ein Bäcker aus WILLINGEN die guten Bedingungen im Stollen des Schieferbergwerks dazu nutzt ,seinen Weihnachtsstollen hier unten zu lagern und vor Weihnachten sogar mit Verkostungsmöglichkeit an den Mann zu bringen. Clever, gell..

Jetzt ging es zum Hotel zurück, Gepäck verstauen, Rechnung bezahlen und wurden überrascht, dass Walter uns allen eine Nadel mit dem Hotel drauf und der Jahreszahl 2006 überreichte. Gibt es immer jedes Jahr neu. Ein Grund mehr, wieder hierher zu fahren zu Walter und seiner Familie.!

Über einen kleinen Umweg von Usseln aus starteten wir nach Winterberg, bekannt auch vom Wintersport und der WOK-Olympiade mit Stefan Raab und wollten nun geruhsam über Schmallenberg, Kirchhundem durch ein wunderbares kurvenreiches Tal zurück nach Bad Laasphe, Siegen, Limburg etc. zurückfahren.. Zuerst war eine Umleitung, die uns nicht nach Schmallenberg brachte, sondern über Bad Berleburg Richtung Bad Laasphe. Plötzlich sah ich das Schild KIRCHHUNDEM rechts ab, fand eine Möglichkeit, dass alle parken konnten , stieg ab, um zu fragen, ob die Mannschaft Lust hätte, noch einmal abzubiegen da kam Bruno von hinten angebraust uns fragte, was mit meinen Roller los wäre. Ich betroffen, wieso roller, wollte nur nach dem Wohin und Weiter fragen. Da sah ich es auch, unter meinem Roller lief plötzlich Wasser in einer immer größer werdenden Pfütze. Sofort wurde alles abgeladen, demontiert, aber es stellte sich heraus, dass der Kühler geplatzt war. Keine Rettung 120 km von Zuhause weg. Dank unseres Schutzbriefes wurde uns aber Hilfe angeboten in Form von einem Abschleppunternehmen, dass bereizt war, den Roller huckepack zu nehmen.. Auf die Frage des Fahrers , welche Marke das Fahrzeug hat, und er hörte HEXAGON, sagte er vielleicht hätte er eine andere Lösung. Weshalb erfuhren wir später, denn er kam noch zusätzlich mit einem Werkstattwagen und erzählte, er habe das gleiche Modell zu Hause und die HEXE auch schon transportiert. So konnte Bruno, der mit dem kranken HUHN nach Hause fuhr, wenigstens bequem und etwas schneller vorankommen. Ich konnte dann Brunos Roller nehmen und die Gruppe über Siegen, Rennerod, Limburg, Taunusstein, Wiesbaden sicher wieder zurückführen. Wir kamen zeitgleich mit dem Abschleppdienst an und konnten uns nochmals für die Super Hilfe bedanken. Rollerfahrer halt... Fazit, ein tolles Wochenende, schöne Strecken, zu wenig Zeit, zu viele Ausfälle, aber immer wieder Lust es wieder zu tun.

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