Ausfahrt nach Fulda am 20.05.2007

Einmal deutsche Mittelgebirge und zurück oder 1 Tagesausflug durch den Taunus, Vogelsberg, Rhön, Wetterau und Spessart
Von Detlef Hennig

Start für unsere Ausfahrt nach Fulda war um 09:00 Uhr, also später als sonst festgelegt, um den Langschläfern entgegenzukommen, was sich jedoch im Laufe des Tages noch rächen sollte. Bei angenehmen 18 Grad ging es mit 9 Rollern über die A66 nach Hofheim, darunter ein Neuling, der als Gastfahrer und einer gemieteten 250er MP3 von unserem Haus – und Hofliefernten Peter Rippert die Gruppe verstärkte, was sich gegen Abend als wichtig erwies. Am Main Taunus Zentrum stieß Günther zu uns und mit 10 Rollern und 11 Personen ging es über die Autobahn Richtung Taunus. Die 11. Person war eine Sozia von zarten 14 Jahren, denn Claudia und Lutz wollten ihr Schmuckstück nicht zu Hause lassen.

Die Gruppe verließ die Autobahn dann Richtung Friedberg, um durch den Vogelsberg über Lauterbach nach Fulda zu kommen. Die Strecke führte dann auch über die ehemalige Grand Prix Strecke am Schottenring, auf der heute noch Rennen für hist. Renn- und Sportmaschinen und auch Gespanne ausgetragen werden. Natürlich eignet sich die Strecke zum „Kurvenräubern“ und die Gruppe hat dies ausgiebig genutzt, trotz der vielen Motorradfahrer, die hier natürlich mit einem anderen Tempo (und manchmal etwas hirnlos) "runterfliegen". 8 Tote und 157 Verletzte, die diese Strecke bis jetzt gekostet hat, sollten hier nicht unerwähnt bleiben. Nach einer Rast im Bikerhaus ging es weiter und gegen Mittag trafen wir dann in Fulda ein und fanden auch relativ schnell ein "Eckchen" für unsere Fahrzeuge und wie kaum anders möglich, direkt am Hexenturm, also sozusagen für uns bereits reserviert.

Unsere Inge, die die Tour ausgearbeitet hat, war wie immer bestens vorbereitet und verteilte Stadtpläne. Lutz, bestückt mit seiner roten Mütze, eignete sich besonders als Leithammel, d.h. Stadtführer, und das vorher ausgekundschaftete historische Lokal "Grüner Baum" wurde dann auch zügig bei zwischenzeitlich 30 Grad gefunden. In den historischen Räumen, mit Dielenboden, Fachwerk und alten Bildern wurde ein hervorragendes Essen angeboten.

Richtig gesättigt machte man sich dann auf weitere Erkundungen, wie dem Schloss, dem Schlossgarten und dem gegenüberliegenden Dom. Peter und Günther nahmen Schlossgartenbesichtigung dann eher im Sitzen von einer Bank aus vor.

Da sich gegenüber dem Dom auch noch ein Eiskaffee befand, beschlossen die beiden, auch die Dombesichtigung von hier aus bei einem italienischen Capuccino vorzunehmen. Peter besteht immer auf italienischen Cappuccino, obwohl er kein Wort italienisch spricht, sich mit dem Kaffee also gar nicht unterhalten kann und ihn dann doch nur trinken will. Der Rest besichtigte den Dom dann doch von innen. Im Jahr 1704 im barocken Stil von Johann Dientzenhofer errichtet, ist er schon eindrucksvoll mit seinem für diesen Baustil prunkvollen Ausstattungen und den 99m Länge und den 2 Türmen mit je 57m. Höhe. Der Dom wurde auf den Mauern der alten Ratgarbasilika, damals der größten Basilika nördlich der Alpen, errichtet. 1712 wurde der Dom bereits geweiht und 1905 fast niedergebrannt. Aus Sparsamkeit sollte anlässlich des Bonifatiusfestes das Feuerwerk von einem Apotheker abgebrannt werden. Abgebrannt ist dabei der Nordturm, bzw. wurde dieser dabei erheblich beschädigt. Der Dom verfügt über ein zehnstimmiges Geläut, wobei die größte Glocke im Nordturm hängt und 5,85 Tonnen wiegt. Die Bonifatiuskapelle, die die Gebeine des heiligen Bonifatius beherbergt, ist eine Krypta und ein Überrest der Ratgarbasilika.

Wieder auf den Rollern ging es mit einer (ungewollten) kleinen Stadtrundfahrt durch Fulda und über Giesel, Hosenfeld, Schlüchtern Steinau, Alzenau nach Seligentadt. Auf dieser Strecke rächte sich die späte Abfahrt, da die Zeit nun "davonflog". In Seligenstadt an der Fähre angekommen, machte sich unser Gastfahrer Norbert mit seinen Ortskenntnissen nützlich und verwies direkt auf das "Eiscafe am Maintor" am gegenüberliegenden Ufer. Peter war natürlich dann nicht mehr davon abzubringen. Wir setzten mit der Fähre über und ohne schuldhaftes Zögern haben wir dann die Plätze eingenommen. Nach Tartuffo, Capuccino (na für wen wohl?), gebackene Waffeln und gespritzten Apfelwein nahm man den Heimweg unter die Räder. Von hier aus ging über die Autobahn A3 dann bis Rüsselsheim, wo die Mannschaft sich dann "in alle Winde verstreute".

Bis dahin zeigten die Instrumente immerhin 320 zurückgelegte Kilometer und der Zeitmesser 20:30 Uhr.

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