Saarland-Tour vom 03.08. - 05.08.2007

Tourbericht von Inge Schulze | Tourplanung von Detlef Hennig

Am 3. August ging es pünktlich los an der ESSO-Tankstelle in Gustavsburg mit 8 Rollern.

Es war zwar anders geplant , aber leider fiel unsere "Führung" Detlef für dieses Event krankheitsbedingt aus.

Deshalb fuhr ich der Gruppe voran, gut ausgerüstet mit allen erdenklichen Hilfsmitteln , da mir das Saarland gänzlich fremd war. Die Hinfahrt ging über die Autobahn Mainz, wo auf der Saarstraße schon das erste Clubfähnchen auf der Strecke blieb. Hoffentlich kein schlechtes Omen, dachten wir... Unterwegs nach Saarbrücken machten wir kurz auf einem Autohof halt, um ein wenig zu rasten und Kaffee zu tanken.

Ohne Zwischenfall kamen wir nach 4 Stunden im Hotel MERAN in Saarbrücken an, wo Maria, die mit dem Auto mitfuhr, schon auf uns wartete. Nach dem Einchecken ins Hotel kamen wir zurück an unsere Hexen, und wurden von einem Hexagonfahrer mit einer roten150er empfangen. Es stellte sich heraus, dass es Pitt war, der sich uns per Gästebuch und E-Mails bereits vor einigen Wochen vorgestellt hatte und uns eigentlich erst am nächsten Tag nach unserer Führung in Völklingen treffen wollte. Da er von Detlefs Ausfall gehört hatte, bot er sich an, uns kurz Saarbrücken zu zeigen, bevor er auf Schicht musste... Haben wir gelernt.. Saarländer gehen nicht in die Schicht, sondern auf..! Wir verabreden uns auf dem Johanner Markt in einer halben Stunde und nun hieß es sich sputen, denn wir wollten den netten Pitt nicht unnötig warten lassen. Wir wohnten in der Mainzer Straße, also leicht für uns zu merken und marschierten dort entlang geradeaus bis zum Treffpunkt. Durch die Altstadt gebummelt, ein lecker Eis gegessen und schon war es Zeit zum Abschied nehmen und gleichzeitig zum Essen fassen in dem von Detlef vorgeschlagenen und reservierten Restaurant STIEFEL BRÄU. Das rustikale Ambiente hat uns gefallen und das Essen noch besser, aber erst das B i e r !!. Es gab GEFILLTE, LYONER-SPIESSE, HOORISCHE und andere Spezialtitäten. Gut gestärkt sind wir dann am Saarufer entlang Richtung Hotel gelaufen, um dort noch einen Absacker in einem Biergarten zu nehmen. Doch dort angekommen sind wir alle mehr oder weniger müde ins Hotel zurück abgebogen, bis auf den einen oder anderen Nachtschwärmer..

Am nächsten Morgen nach einem leckeren Frühstücksbüffet wurden die Roller aufgetankt und es ging los nach VÖLKLINGEN, wo wir Punkt 10:00 Uhr ankommen mußten, da eine Führung von Detlef vorgebucht war, die wir nicht versäumen wollten. Natürlich war erst einmal eine Umleitung, doch kamen wir rechtzeitig an der Völklinger Hütte an, wo unser "Führer" Herr Kirsch, schon auf uns wartete.

Dieser war früher Mitarbeiter der Hütte als Grauguß-Formenbauer. Er erzählte uns anschaulich über die Entstehung, die Entwicklung und den Niedergang der Hütte, die bis 1986 Arbeitgeber von 17.000 Arbeitskräften war. Hier wurde bis dahin in 5 Hochöfen Eisen und Stahl produziert. Nach der Schließung wurde die Anlage nur knapp vorm Abriss bewahrt und genießt heute den Schutz durch die UNESCO als Weltkulturerbe als weltweit erste Anlage, die noch in Originalausstattung erhalten ist. Der Weg führte uns vorbei an der Sinteranlage, dem Schrägaufzug bis hinauf zu den Hochöfen, die wir bis hin zur Gichtbühne in 27m Höhe besteigen konnten. Wir waren alle fasziniert von der Vorstellung, wie schwer hier die Arbeiter ihr Geld verdienen mussten. Kaum vorstellbar, mit welchen einfachen Hilfsmitteln hier Schwerstarbeit verrichtet wurde. Höhepunkt für die meisten von uns war die Gebläsehalle, wo riesige Maschinen Schwungräder antrieben, die Wind in die Hochöfen brachten. Leider mussten wir dann Abschied nehmen von dieser eindrucksvollen Vergangenheit, um gleich darauf abenteuerlustig auf die Hexen zu steigen, diesmal geführt von unserem "Saarländer Freund" Pitt, der, wie es sich herausstellte, aus dem Binger Raum stammt.

Unser Ziel war zuerst einmal die Saarschleife, die wir nun von Cloef aus besichtigen wollen. Durch Saarlouis, Dillingen, Merzig Dreisbach, Orscholz an diesen Aussichtspunkt nah herangefahren, müssen wir nun ein wenig durch den Wald laufen und werden dieses Mal für eine Wandergruppe gehalten, da wir unsere Club-TShirts anhatten. Es war nämlich gleichzeitig Wanderwoche in Saarlouis, und viele Vereine waren "gleichgekleidet" im Wald und auf der Heide unterwegs..... Die Saarschleife präsentierte sich von ihrer besten Seite, sonnig, mit mehreren kleinen und großen Schiffen, auch einem Frachter... einfach schön. Zurück an die Hexen, aufsitzen und ab geht es nach Mettlach, nein, nicht zu Villeroy & Boch, sondern ins Abtei Bräu, zur Stärkung. Auch hier hat uns die heimische Küche überrascht mit Blutwurstpfännchen, Lyoner Ring als Saarschleife gelegt, Brauhausfladen etc. Bier mussten wir uns verkneifen, denn die Hexen sollten ja nicht fliegen..!

Dann wollten wir noch nach Saarburg, einer mittelalterlichen Stadt, bekannt durch Ihre Festung und den Wasserfall inmitten des alten Stadtkerns. Gesagt getan, die Fahrt entlang der Saar war einfach toll.

Parkplatzsuche war schwer aber nicht unmöglich. Ein paar Fotos geschossen, Eis geleckt, Kontakte geknüpft..., denn so viele Hexagon fallen schon auf. Zurück war eigentlich eine Fahrt über den Losheimer See geplant, aber in Anbetracht der schon fortgeschrittenen Zeit und den Bedürfnissen nach Schwimmbad, Sauna und Abendbrot, wurde die Rückfahrt wieder über die B51 gewählt, auf der wir flott und störungsfrei nach Saarbrücken zurück rollerten. Pitt zeigte uns noch für Notfälle seine "Werkstatt", falls wir noch vor Abfahrt in Richtung Heimat am nächsten Tag ein technisches Problem haben sollten. Man weiß ja nie.

Zuerst wollten wir eine andere Lokalität aufsuchen, aber in Anbetracht dessen, dass wir erstens spät, also einundzwanzig Uhr waren und zweitens 9 Personen, entschieden wir uns wieder für das STIEFEL-BRÄU, wo wir zwar nicht mehr an unserem reservierten Tisch, aber immerhin zusammen unser karges Mahl einnehmen konnten. Es wurde getauscht, halbiert, geteilt oder nur gebrezelt, aber das Bier floss wieder reichlich. Lecker..

Auf dem Heimweg wollten wir sehen, was auf der Bühne an der Saar vom Saarländischen Rundfunk geboten wird. Es war "nur" Open-Air-Kino. Also weiterlaufen an der Saar, an den letzten Biergarten vorm Abzweig zum Hotel, einen Absacker trinken und dann aber husch, husch ins Körbchen.!

Am nächsten Morgen noch einmal das Frühstücksbüffet erobert, dann heißt es Abschied nehmen vom Saarland. Die Fahrt ging über die Westspange auf die 623 bis nach Neunkirchen, dann auf die B41 nach St.Wendel , dann über Blies, Oberthal, in der Nähe der Nahequelle vorbei bis nach Bosen an den Bostalsee, wo wir am Freizeitzentrum eine Rast einlegten und zuschauen konnten, welche Massen schon jetzt unterwegs waren, um das schöne Wetter auszunutzen zum Schwimmen, Grillen, Surfen und zum Segeln.

Als die Imbissbuden aufmachten waren wir die Ersten, die einen Kaffee orderten, um diesen dann gemütlich auf der Terrasse des Zentrums zu genießen.

Maria war auch inzwischen mit dem Auto eingetroffen und wir legten unsere weitere Tour fest, wobei wir ja von Detlef genaueste Instruktionen auf kleinen laminierten Streifen vorliegen hatten, denen wir mehr oder weniger nur folgen brauchten. Aber wenn man sich nicht so auskennt, sind manche Dörfer böhmische Dörfer...

Aber da keiner so genau wusste, wo wir hin sollten, hat auch keiner gemerkt, wenn er was nicht gesehen hatte. Es war alles neu und schön, man hat nix vermisst. Vom See aus fuhren wir über Türkismühle, Freisen, wo wir eigentlich auf einen Aussichtspunkt wollten um das Saarland ein letztes Mal zu grüßen, es aber wegen der Hitze, immer an und ausziehen, Gepäck anschließen etc. lieber sein ließen . Die Burg Lichtenberg vor Kusel musste auch leider ausfallen, da wir ja noch einen Zwischenstopp fest geplant hatten, nämlich Mittagessen in Rehborn bei Meisenheim. Also entlang der alten Bahnstrecke, die jetzt als Draisinentour angeboten wird, fahren wir bis Meisenheim, machen eine Stadtrundfahrt.. weil ich keine Hinweise auf Vordrucken verstehe, danke Günther für`s Busfahrer fragen, und kommen so endlich nach Rehborn, nach einem steilen Anstieg ins Gelände. Die Gaststätte "Zum Radler" war so gut ausgeschildert, dass nur Eingeweihte dieses Kleinod finden können . Trotz landwirtschaftlichem Weg fuhren wir bis zur Endstation, die sich auch als Draisinentour-Station entpuppte. Nach einem leckeren Mahl mussten wir leider auch hier Abschied nehmen um die letzte Etappe unserer Wochenendtour in Angriff nehmen zu können. Zuerst schlängelten wir uns durch eine abgesperrte Verbindungsstraße nach Odernheim, dann weiter Richtung Bad Münster am Stein über Norheim, wo wir eine schöne Steinbrücke zum Überqueren der Nahe vorfanden. Da die Ebernburg auf der Strecke lag, schlug ich diesen letzten Abstecher noch vor und so schraubten wir uns noch mal in die Höhe um von hier oben weit ins Land schauen zu können, wie auf einer Spielzeugeisenbahn. Schön, einfach schön!

Über Bad Kreuznach, unterwegs von vielen Oldtimer -Fahrzeugen begleitet, die sich in Bad Münster getroffen hatten, teilweise kurz über die Autobahn bis Ingelheim, dann wieder Überland bis nach Mainz -Kastel an die Theodor-Heuss-Brücke, ging es dann mit mehr oder weniger Fahrern zügig nach Hause. Der Stall ruft..... Im Biergarten noch einen geruhsamen Blick auf den Rhein, hinüber zum Dom von Mainz, ein wenig Resümee gezogen vom Wochenende und dann ein letztes Lebewohl und Danke für die schöne Zeit.. Bis zum nächsten Mal.

Detlef, deine Ausfahrt war spitze, gut vorbereitet, an alles gedacht, aber nicht mit deinen Hexenfahrern gerechnet, die sich an mancher Stelle länger festgebissen haben , aber es alle toll fanden.. Beim nächsten Mal führst Du und zeigst uns die Plätze Deiner Wahlheimat, an denen wir jetzt achtlos vorbei gefahren sind.

Gute Besserung an dieser Stelle und Danke.......

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