Spessartausfahrt mit Schneewittchen am 12. Mai 2008

Von Detlef Hennig

Am Pfingstmontag, den 12.05. um 08:30 ging es pünktlich mit 10 Rollern Richtung Spessart über die A3. Heidi & Peter haben wir nicht "auf der Alm", sondern an der Fähre in Seligenstadt aufgesammelt, die sich da auch überpünktlich eingefunden hatten. Dann die erste Enttäuschung: Die Fähre fuhr betriebsbedingt erst ab 13:00 Uhr

Also, zurück über die Autobahn Richtung Fulda und über dem Main, Ausfahrt Karlstein/Hörstein wieder runter. Hier ging es in den ersten Kreisel Richtung Hörstein, dann rechts ab Richtung Hohl/ Mömbris auf die kleinen Spessartstrassen.

Vor Hohl dann die erste Serpentine, von denen weitere folgen sollten. Das Fahren im Spessart hat bei dem Wetter richtig Spaß gemacht. Abwechselnd Wald und offene Wiesenlandschaft ließen es unter dem Helm nicht zu heiß werden und sanfte Kurven wechselten sich mit anspruchsvolleren ab.

Nach Hohl ging es links ab Richtung Schirmborn/Schöllkrippen. Kurzer Sicherheitsstop zum Tankcheck, aber alle Fahrzeuge schienen genug Benzin an Bord zu haben. Auch der Hinweis, dass die nächsten 50km garantiert keine Tankstelle mehr kommt, änderte die Meinung nicht. Nach Schöllkrippen ging es halbrechts ab Richtung Großlaudenbach an der Kahl entlang bis hinauf zur Bamberger Mühle. Wir ließen uns auch nicht durch das Handkäsfest in Kahl locken, sondern kehrten in die Bamberger Mühle zu Rast ein. Unter freiem Himmel konnten wir uns ausruhen und wurden freundlich mit Getränken versorgt.

Weiter ging es Richtung Wiesen, dann rechts Richtung Framersbach, auf der Deutschen Ferienstraße Alpen - Ostsee. (Die Alternative wäre die Spessart Höhenstrasse Richtung Bad Orb gewesen, vorbei am Wiesbüttsee, ein Bikertreff, und dann rechts ab über Mosborn Richtung Kempfenbrunn, dann rechts bis zur Abzweigung Lohrhaupten, für die Leser, die diese Route ebenfalls fahren wollen. Beides ist empfehlenswert und endet an der Bayrischen Schanz, wenn man der Route weiter folgt).

So ging es dann für uns in Framersbach links auf die B 276 bis zur Abzweigung Ziegelhütte/ Lohrhaupten. In Lohrhaupten rechts Richtung Ruppertshütten, jetzt auf kaum befahrenen Strassen bis zur bayerischen Schanz, ein Lokal mit Biergarten. Auch dies konnte uns nicht locken, da wir als Ziel die Franziskushöhe in Lohr hatten, und was die Mitfahrer noch nicht wussten, dort auch Schneewittchen auf uns warten würde. An der Bayrischen Schanz sind wir links abgebogen Richtung Fellen, über Burgsinn mit schöner historischer Tordurchfahrt und durch Rieneck mit historischer Altstadt bis hinunter nach Gemünden am Main - hier auf der B26 folgend bis Lohr.

In Lohr ging es dann erstmal bergauf, wie die Zieladresse Franziskushöhe auch vermuten ließ. Über Serpentinen wurde das 4 Sterne Hotel erreicht, auf dessen Terrasse bereits ein Tisch mit Ausblick ins Tal reserviert war. Der gesamte Motorradparkplatz war leer, als ob auch exklusiv für uns reserviert.

Die Franziskushöhe ist als bikerfreundlich bekannt und hat sogar eine Bikerecke eingerichtet. Das große Planschbecken unterhalb des Parkplazes wurde trotz des Spielzeuges weder von Bruno, noch von den anderen genutzt.

Auf der Terrasse setzte sich dann unser "Schneewittchenjahr fort (Siehe Bericht "Wir häkeln uns einen Verdacht"). Schneewittchen begrüßte uns hier und erzählte seine Geschichte In Lohr am 19.06.1729 als Maria Sophia Margarete Christina Freifrau von Erthal geboren, hatte sie auch 2 Brüder, die Fürstbischöfe von Mainz und Würzburg. Mit Mainz schloss sich der Kreis wieder für uns als Hexagonfreunde Mainspitze. Ihr Vater war Direktor der Lohrer Spiegelmanufaktur, und der schenkte seiner 2. Frau (Stiefmutter von Schneewittchen) einen ("sprechenden") Spiegel, womit das Unglück seinen Lauf nahm, wie bekannt.

Schneewittchen ist vor der bösen Schwiegermutter dann über 7 Spessarthöhen (die 7 Berge) bis nach Bieber geflohen, damals Zentrum der Erzbergwerke. In den Bergwerken wurden früher meist Menschen mit kleiner Statur beschäftigt, so dass das Märchen durchaus in der Realität nachzuvollziehen ist. (weitere Infos auf der Homepage von Lohr , dann Lohr und Schneewittchen dem Link folgen). Dann von der Stiefmutter mit dem Apfel vergiftet und von dem Prinzen gerettet. Was wir nicht glauben konnten, war die Aussage von Schneewittchen, dass sie seither glücklich mit dem Prinzen zusammen lebt. Das Mädchen sah für seine 279 Lebensjahre dann doch überraschend jung aus. Wir hätten sie eher auf 18 geschätzt.

Gut gestärkt, den Ausblick auf das Maintal genossen und mit strahlendem Sonnenschein machten wir uns wieder auf den Weg. Die erste Tankstelle in Lohr wurde mit den "letzten Tropfen" geentert, da unsere Zweitaktfahrer es nun doch sehr nötig, aber in Schöllkrippen die tankstellenfreie Strecke eher nicht geglaubt hatten. Es ging nun strikt über die B26 nach Aschaffenburg, dann über Rödermark, Langen durch Rüsselsheim durch bis, na wohl wohl hin: Zur Eisdiele nach Bischofsheim. Zwischenzeitlich hatten sich Heidi und Peter "aus dem Staub gemacht" und Waldemar sich in Langen Richtung Frankfurt verabschiedet. So ließ die restliche Gruppe den schönen Tag ausklingen und man war von den Spessartkurven immer noch begeistert.

Ingesamt hatten wir so ca. 270 km zurückgelegt. Von Gustavsburg bis Seligenstadt (Fähre) 52, von Seligenstadt nach Lohr 110 und nochmals ca. 105 von Lohr bis Bischofsheim. Vielen Dank an alle Mitfahrer für Disziplin und gute Stimmung.
Mitgefahren sind: Axel, Norbert, Waldemar, Bruno, Inge, Gisbert, Maria, Elke, Heidi, Peter, Petra und Detlef, d.h. meine Wenigkeit, die die Ehre hatte, die Tour zu führen und Gastfahrer Klaus (Klaus).

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