Wochenendtour in die EIFEL vom 04.07.-06.07.2008

Von Inge Schulze

Am Freitag fuhren wir ,wie immer an unseren Wochenenden, um13.00 Uhr pünktlich in Gustavsburg los zuerst auf die Autobahn A 61 bis zum Koblenzer Dreieck, unterwegs eine kleine Pause auf einem Rastplatz einlegend, dann bis zur Abfahrt ULMEN auf die A48 abbiegend wo wir bereits hier einen kleinen Vorgeschmack auf die ausgedehnten Wälder, offenen Höhen, Seen, Heideflächen ,verkehrsarmen Nebenstraßen mit Kehren, Serpentinen und langgezogenen Kurven erhielten.

In Daun war die erste Tankrast und da wir sehr gut in der Zeit waren, sind wir kurz schon hier in einen Teil unserer Eifel-Roller-Wanderung eingestiegen. Es ging 2,5 km bergan zu einem Aussichtspunkt zu den Eifelmaaren Richtung Manderscheid. Auf dem Parkplatz angekommen, wurden erst einmal die Verkehrsregeln neu bestimmt... Einbahnstraßen interessieren nicht, die sind unpraktisch..... Ein paar Fotos geschossen und festgestellt, dass die Natur hier mit seinen beiden Maaren wunderbare Erholungsgebiete erschaffen hat. Die Maare sind durch Vulkankrater und nur mit Regenwasser gefüllt, kein weiterer Quellzufluss speist sie. Am Schalkenmehrener Maar kennen Maria und Gisbert ein Cafe mit einer Terrasse zum Maar. Also.. nichts wie hin. Diese Pause kam uns gerade recht, und doch mussten wir uns langsam auf die Hexen setzen, um zum Hotel Müller in Kyllburg, der kleinsten Stadt in Rheinland-Pfalz, zu kommen.

Nach 36 km war es dann soweit. Unten im Tal rauscht die Kyll, die durch das Unwetter der letzten Tage sehr viel Wasser ,Äste und Schmutz mit sich führt.
Auf der Terrasse des Hotels sitzt schon die Wirtin und erwartet unsere Truppe. Gleich fahren unsere Roller in die Garage, und wir können uns ,nachdem wir unsere Zimmer bezogen haben, auch entspannt zu einem Feierabend-Trunk auf die Terrasse direkt am Wasser niederlassen. Hier geht es zwanglos zu, wie in einem Motorrad-Hotel üblich, man schreibt an auf "Deckel" und zahlt am letzen Tag bei der Abreise. Kurz entschlossen gehen wir über die Fußgängerbrücke der Kyll am anderen Ufer in die Pizzeria, sitzen in der Sonne und lassen es uns gut gehen. Wir wollen uns noch ein wenig das Städtchen anschauen, von dem wir nur wissen, dass am nächsten Tag auch hier ein VW-Käfer-Treffen stattfinden soll. Inzwischen sind noch einige Motorräder mehr angekommen, meist Holländer, die über die nahe Grenze gerne die Wochenenden zum Touren in der Eifel benutzen.
Nach einem ausgiebigen Spaziergang , der uns steil bergan führte, und uns ein wenig die Muskeln auflockerte, am meisten die Lachmuskeln, denn die Stimmung war laut Aussage von Heidi ab dem Start super, starteten die einen durch aufs Zimmer, um Tatort zu schauen, die anderen wollten noch einen Absacker auf der Terrasse genießen. So wurde es gemacht aber dann Husch, Husch ins Körbchen. Der nächste Tag war nicht mehr weit und eine Strecke von 270 km stand auf dem Plan. Bis hierhin hatten wir 211 km bereits auf dem Tacho angesammelt.

Samstag 8.00 Uhr in Kyllburg:
Alle gut geschlafen und das Frühstück war ruck zuck weg, sogar die Brötchen für die später Aufgestandenen .. Wer hat denn da 4 Stück gegessen, grins. Punkt halb Zehn saßen wir alle auf und der Weg führte uns nach Brockscheid, wo wir um 11 Uhr eine Führung in der dortigen Glockengießerei bestellt hatten. Es ging über Oberkail, Eisenschmitt!! bis nach Manderscheid, vorbei an den 2 Burgen, die Manderscheid berühmt gemacht haben. Dann noch mal Umkehr, um zu einem Aussichtspunkt zu gelangen, von wo der Ausblick grandios auf die Burgruinen war. Dann aber los, damit wir die Führung nicht verpassen. Da hätten wir was verpasst. Wir wurden gleich empfangen, dass die Führung vor uns eine viertel Stunde Verspätung hatte und deshalb wir erst um Viertel nach elf dran kommen. Also, noch kurz den Souvenirladen inspiziert, dem Glockenspiel, dass sich später als Lärmgerät entpuppte, zugehört, das willig für jeden EURO, den man spendete, die eine oder andere bekannte Melodie vor sich hin bimmelte.

Wir lauschten alle dem Herrn, der schon durch das Abreißen der Eintrittskarten von uns 9 Personen sichtlich aus der Fassung gebracht war, wie denn der Aufbau einer solchen Glocke vonstatten geht. Fragen wurden wegen des Zeitmangels nicht beantwortet, so will ich auch hier nicht näher auf die Entstehung der Glocken eingehen.. keine Zeit, grins. Habe mir aber ein Buch mitgenommen um das in aller Ruhe nachzulesen.
Um Viertel vor 12.00 Uhr setzten wir dann unser Fahrt fort in Richtung Daun zuerst, um dort über die B421 über Kelberg, Stadtkyll, Kronenburg vorbei an der Talsperre, dann auf die B 265 wechselnd Richtung Hellenthal. Hier kürzten wir ein Stück ab, um auf der B 258 weiter über Höfen, was bekannt ist durch seine herrlichen Windschutzhecken, die bis zu 10 Meter hoch vor den Anwesen stehen und akkurat geschnitten uns beim Vorbeifahren die Einsicht auf die Anwesen verwehren.. Dann sind wir da. MONSCHAU, unser Tagesziel für heute , kurz vor Aachen.

Wir parken vor der Altstadt, da man dort nur durchfahren kann, wenn man eine Einfahrtsgenehmigung hat, die man an einem Automat wie in einem Parkhaus entwerten lassen muss. Aber bis hier hatten wir 150 km auf dem Tacho schon hinter uns und ein wenig Bewegung tat not. Ein Bummel durch die Altstadt mit ihren wunderschönen Fachwerkhäusern, dem roten Haus und einem idyllischen Marktplatz, der uns bei Sonnenschein zum Rasten einlud . Gesagt getan, der gegenüber liegende Weihnachtsladen sowie das berühmte Cafe Kaulard lockten den einen oder die andere zum Kauf von Souvenirs. "Montjoier Dütchen" ein Gebäck aus Bisquitteig hatte es uns angetan.
Doch auch hier mussten wir leider wieder los, nicht ohne noch ein wenig Senf aus der bekannten Senfmühle hier zu kaufen.. als Erinnerung!!
Der Heimweg führte uns über einen kleinen Teil von Belgien auf der Venn-und Seen-Route über Kalterherberg zur 669 Richtung Bütgenbach, Büllingen, von wo wir dann bald wieder auf die B 265 wechselten, um nach Prüm und weiter nach Kyllburg zu rollern.

In Prüm haben wir noch einmal kurze Rast vor der dortigen Kirche eingelegt, diese von innen besichtigt und einem Chor bei der Probe zugehört. Ein Teil der Truppe hat lieber draußen die Zeit genutzt, um ein wenig auf einer Bank zu relaxen. Dann sind wir aber die letzen 40 km angegangen, denn Kyllburg stand an diesem Tag unter dem Motto " Der Berg ruft!" Es war Kirmes und wie vorher erwähnt auch VW-Käfertreffen auf dem Stiftsberg an der Kirche. In Schönecken haben wir dann die Bundestrasse verlassen um über Schönecken, Mürlenbach, Sankt Thomas zu unserem Hotel zu gelangen.
Kaum in der Garage abgestiegen, kam ein Platzregen herunter, macht nichts, wir waren ja ohne einen Tropfen naß zu werden, angekommen. Nach einem leckeren Essen im Hotel "Zur Post" direkt nebenan, kämpften wir uns den Berg wieder hinauf, denn wir hörten ihn deutlich rufen...... Eine Dixiland-Band spielte auf und die war einfach nicht zu überhören. Unser Wirtin, die wir zu einem Gläschen Sekt einluden, setzte sich zu uns und erzählte ein wenig über das Dorf.(Stadt) und die Leute hier. Nachdem wir alle Getränke wie Bier, Mix-Drinks, Cola, Limo und BIERBOWLE.. durch hatten, sind wir dann wieder bergab in unsere Hotelzimmer geschwebt. Bruno entdeckte noch Rosen aus Nachbars Garten, die er Heidi mit lautem Minnegesang zu Füßen legte!

Sonntag 6. Juli 2008
Frühstück 8.00 Uhr, Abfahrt von Detlef um 9.00 Uhr, der Rest fuhr erst um halb zehn und dann auch zuerst zum Käfertreffen, dass wir bis dahin verpasst hatten, da diese sich weiter außerhalb am Schwimmbad ein Domizil aufgebaut hatten. Einige der Käfer waren noch da und rüsteten zur Segnung an der Kirche, ein paar Benzingespräche noch und das Versprechen, beim nächsten Treffen wieder vorbeizuschauen.

Dann heißt es endgültig : Auf Richtung Heimat.
Unser Weg führte uns diesmal Richtung Mosel, doch konnten wir einen kleinen Teil der Strecke vom Vortag noch einmal genießen. Am Kloster Himmerod vorbei nach Großlittgen über Wittlich auf der B 50 zur Mosel nach Bernkastel - Kues, wo einstimmig noch eine Rast eingelegt wurde, um auch hier durch das hübsche Moselörtchen zu bummeln und natürlich einen Kaffee zu schlürfen, wie sollte es anders sein!?
Ein paar Bonbons aus dem Laden gegenüber, dann aber wiedre auf die Hexen und hinauf über die Höhen in den Hunsrück, immer der B 50 folgend, die mancher Hexe das fliegen beibrachte, gell Gisbert?, Leider hatte die Führung beim Überholen eines LKW's übersehen, dass die Ausfahrt Rheinböllen gleich folgte, und so wurde das Überholmanöver für Peter ein gewagtes Kunststück, was Gott sei Dank gut ausging. Das passiert mir nicht mehr, versprochen, das nächste Mal fahren wir dann alle weiter, als wollten wir da gar nicht raus.....Über Rheinböllen fuhren wir nun in schönen Kurven bis hinunter zum Vater Rhein und setzten in Niederheimbach noch einmal über, um zu unserer letzten Rast auf der Rheingauer Alp bei Pressberg zu kommen, wo wir mit Kaffee und Kuchen die Tour noch einmal Revue passieren ließen.
Ausgeruht, mit ein paar Tropfen Regen über uns, ging es nun auf die letzen 50 km der Wochenend-Tour. Über Johannisberg, Geisenheim, Eltville, WI-Schierstein, Biebrich rollerte die Mannschaft gemeinsam bis Gustavsburg , wo dann Peter ,Heidi, Norbert und Axel sich verabschiedeten um noch zu ihren Wohnorten weiter zu fahren. Bis hierher waren es 648 km auf meinem Tacho, die ohne Ausfall von Mensch und Maschine gut hinter uns allen lagen.
Danke, Ihr wart eine tolle Truppe und habt mit eurem Humor und euren starken Nerven in den doch manch haarigen Kurven dieses Wochenende wieder einmal zu einem "Event" werden lassen.

Inge Schulze

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