Ausfahrt zur Wirzenborner Liss / Motorradmuseum Montabaur am 9. Mai 2009

Von Inge Schulze

Trotz durchwachsener Wetterprognosen starteten wir morgens ab Gustavsburg mit einer Truppe aus erfreulich gut gelaunten zu allem bereiten Mitfahrern. Bald können wir Preise vergeben für die am weitesten angereiste Person, grins.

Heute kamen MÜHLO und HELGE schon ca. 75 km weit angerollert um pünktlich um neun mit uns zu starten. PETER und HEIDI hatten auch bereits 50 km unter den Reifen bei Abfahrt. GÜNTHER, CLAUDI, BRUNO und ich machten die Gruppe komplett bis auf ELKE , die in Wiesbaden zu uns stiess.

Über die Eiserne Hand ging es dann nach Taunusstein -Wehen, Orlen, Strinz-Margarethä bis nach Aarbergen, wo wir dann kurz auf die B54 links abbogen und einen Parkplatz ansteuerten, weil wir , welch Überraschung, eine Kaffeepause machen wollten. Aus unseren Top-Cases zauberten wir Kaffee, Tee, Milch ,Zucker, Tassen und Löffel sowie ein Handtuch als Tischdecke und als Krönung Streuselkuchen. Keiner hatte Hunger oder Durst aber als wir wieder losfuhren war kaum ein Rest zu zählen. Auf einem extra dafür gebautem Kanaldeckel wurde alles ausgebreitet und Bruno legte sich malerisch dazu.

Die Reise konnte dann nach einiger Zeit fortgesetzt werden, um dann gleich darauf über viele Serpentinen bergan Richtung Katzenelnbogen einen Vorgeschmack davon zu geben, was ich mir als Tour ausgedacht hatte. In Katzenelnbogen angekommen mussten wir leider eine Eisdiele links liegen lassen, denn wir waren noch satt von der Rast. Hier führte uns jetzt der Weg bergab durch ein kleines idyllisches Tal bis nach Laurenburg, wo wir dann Tankstopp hatten. Hier verliessen wir die Lahn, die wir nur kurz begleitet hatten um hinauf nach Holzappel zu rollern Richtung Herthasee, vorher aber rechts abfuhren und über Hirschberg, Isselbach nach Wirzenborn, unserem heutigen Ziel zu kommen.

In der Gaststätte Wirzenborner Liss, die sonst immer in fester Hand von Motorradfahrern ist, konnten wir nach mehrmaligem Stuhlrücken und Platz tauschen endlich ein leckeres Mittagessen einnehmen und wie immer lautstark unsere "Benzingespräche" führen, damit auch andere in unserer Umgebung wissen wovon wir reden... Die mit waren wissen, warum das diesmal anders war......

Anschliessend konnten wir den Chef des Hauses dazu bringen, trotz dringendem Fernsehprogramm, uns seine liebevoll restaurierten Motorrad-Oldtimer aus 7 Jahrzehnten zu präsentieren, die auch unsere Herzen höher schlagen liessen. Besonders ein Modell der Marke ROVER hatte es uns angetan, das Baujahr 1915 war es nicht allein, sondern der Original links angebrachte Beiwagen aus Rattan. Toll... Unbezahlbar. Ob wir unsere Hexen auch mal so vorfinden in einem Museum?

Alle Mann/Frau wieder auf die Maschinen hieß es dann, denn wir wollten auf dem Rückweg eine besonders schöne Route nehmen über Holler, Hübingen, bis nach Nassau zurück an die Lahn.

Hier hatten wir das seltene Phänomen von "schwitzenden Bäumen" und die Durchfahrt des Regenwaldes als Event gebucht, gell Claudi und Helge??!!. Jedenfalls war die Strecke sehr angenehm zu fahren mit all ihren kleinen Kurven und Steigungen.

In Nassau zurück,halten wir uns links lahnaufwärts, um dann in Obernhof rechts über die Lahn zu fahren und den steilen, mit Serpentinen gespickten Aufstieg Richtung Singhofen über Seelbach , Attenhausen durch das JAMMERTAL vorbei an vielen Mühlen in Angriff zu nehmen. Ach wie wohl ist mir beim Fahren......

Die Bäderstraße überquerend geht unser Weg weiter nach Miehlen und Nastätten, manchmal führt er steil bergan, um dann ganz plötzlich wieder ins Tal hinabzugehen und man hat oben auf der Kuppe das Gefühl einer neuen Seite des Buches. Rapsfelder, Wald, kleine Dörfer, Wasserläufe, all diese Eindrücke geben uns recht. Es macht Spass, Roller zu fahren. In Nastätten kurze Pause und allerlei Kurzweil mit dem Versuch, wie lange Brunos Hosenträger den Zug von Heidi und Peter aushalten! Tankstopp noch anschliessend und dann über Strüth, Welterod, Espenschied erst hinauf dann wieder hinunter ins Wispertal, wo uns die Terrasse der LAUKENMÜHLE zu einem Kaffeepäuschen einläd.

Auf dem Parkplatz stehen 3 Burgmann-Roller die wir bereits in Nastätten gesehen und deren Fahrer gegrüßt hatten. Außerdem war eine Gruppe Fiatfahrer mit ihren 500er Oldtimern hier und wir hatten sofort unsere Jugend vor Augen,."Waren das noch Zeiten". Auf der Terrasse wieder der Wettstreit:wer hat das größte Stück Kuchen? Bruno diesmal nicht aber dafür das volle Mitleid und den Trost der Bedienung, die sogar Brunos müdes Haupt küßte, nur damit die Jammerei aufhörte. Leider hat HELGE durch diese Aufregung gar nichts bekommen, aber wir kennen das ja, er hatte Eiskaffee bestellt, gell Axel, da können wir auch ein Lied von singen..?!

Zurück über das Wispertal nach Bad Schwalbach, von dort bis Taunusstein-Wehen, wo wir uns dann von unseren beiden "Neuzugängen", MÜHLO und HELGE verabschiedeten, die dann über die B275 durchfahren konnten bis Usingen, rollerte der Rest der Mannschaft über die Platte nach Wiesbaden hinunter, wo dann Claudi und Elke abzweigten. Heidi, Peter, Günther Bruno und ich hatten aber immer noch nicht genug. Ein Eis muss noch sein, versprochen ist versprochen. Also bis Hochheim gedüst, ein Eischen geschleckt und dann ging dieser Tag auch nach 216 km auf meinem Tacho zu Ende.

Die Rückmeldungen waren alle positiv . MÜHLO und HELGE hatten auch bei einem Absacker noch kurz die Fahrt Revue passieren lassen und gemeint, selten so gelacht... Was wollen wir mehr?

Danke für Eure Begleitung durch meine Heimat.