Wochenendtour nach Schwäbisch Hall vom 03.07.-05.07.2009

Von Inge Schulze

Mitfahrer/ innen von A-Z:
Axel, Bruno, Gisbert, Günther, Heidi, Inge, Maria, Melanie, Norbert und Peter.

Wie jedes Jahr ist die Abfahrt um 13.00 Uhr, Treffpunkt war diesmal die Tankstelle im Industriegebiet in Gustavsburg. Pünktlich konnten wir starten, um auf der Autobahnraststätte Alsbach an der A5 noch Heidi, Peter und Günther mit einzusammeln zur Wochenendausfahrt nach Schwäbisch Hall.

Zuerst fuhren wir die Autobahn noch 30 km weiter bis zur Ausfahrt Heidelberg, um ein wenig mehr Zeit für die Strecke am Neckar entlang zu haben, damit auch dem Genuss von einem Kaffee mit Kuchen nichts im Wege stehen könnte. Die beste Adresse für den Kaffeestopp hatten wir alle im Kopf, das Cafe Vier-Burgenblick in Neckarsteinach, aber es war zu nah, um hier schon eine erste Pause einzulegen. Also fuhren wir zuerst in Heidelberg auf der linken Seite des Neckars, was an den Ampeln ziemlich aufregend wurde, denn das Hupen der Mitfahrer wurde mal so und mal so ausgelegt, "Achtung rot, wir schaffen es nicht alle; rot ist es aber wir schaffen es doch alle, denn in jeder Farbe ist ein bisschen grün...etc." Zum Schluss rollerten dann aber alle bis nach Neckargemünd, wo wir den Fluss überquerten und fuhren gemächlich auf der anderen Seite weiter auf der Suche nach schönen Ausblicken in der idyllischen Landschaft entlang der Strecke. Plötzlich sahen wir einen Hinweis, dass die Burg Hornberg mit Aussichtsterrasse zum Verweilen einlädt. Also fuhr ich links ab, voran, bergauf, immer weiter, schon befürchtend, die erste Sackgasse des Tages aufgespürt zu haben, bis endlich ein kleiner Wegweiser "Zur Burg" doch unsere 7 km weite Fahrt durch Wald und Wiesen bestätigte. Wir waren richtig....zuerst mal. Also an der Burgmauer unsere Roller geparkt, dann erwartungsvoll in Richtung des Burgrestaurants gelaufen um dort zwar einen Ausblick von der Terrasse auf den Neckar und seine Umgebung zu haben, aber Kaffee wurde dort nicht serviert. Nachdem wir aufgefordert wurden, innen im Lokal Platz zu nehmen obwohl im Hof auch alles frei war, was aber für eine Busgruppe reserviert sei, entschieden wir uns, diese gastliche Stätte umgehend zu verlassen. Dies wurde von einem Herrn beobachtet, der unsere "Kaffeenot" verstand und auch sogleich Abhilfe schaffte. Er rief kurzerhand in einem 2 Ortschaften entfernten Lokal an, was sich nachher als sein eigenes herausstellte, bestellte einen Terrassenplatz für 10 enttäuschte Motorollerfahrer, und rettete dem einen oder anderen von uns damit den Tag.

In Gundelsheim in der Alten Mühle war das und wer möchte kann sich den Link einmal ansehen
Burg Hornberg denn was ich so lese, war der nette Herr nicht nur der Führer für die Busgruppe und der Besitzer der Alten Mühle sondern auch der Besitzer des Schlosses, oder habe ich da was übersehen?? Egal wie es auch sei, wir mussten wieder auf die Fahrzeuge, denn Schwäbisch Hall war noch eine ganze Ecke entfernt und wir rollerten an Bad Wimpfen und Bad Friedrichshall vorbei, wo das Besucherbergwerk leider bis 2010 Pause hat, bis nach Heilbronn, als uns dann das schlechte Wetter einholte. Die letzten 20 km fuhren wir mehr oder weniger durch schauerartige Regenfälle, was sich bis Schwäbisch Hall nicht änderte. Am Hotel angekommen wurden wir aber sogleich mit einem Unterstand für unsere Fahrzeuge überrascht, wo dann in aller Ruhe ausgepackt werden konnte. Die Zimmer waren teils mit Küche und Balkon oder Terrasse ausgestattet, die Einzelzimmer wie immer etwas bescheidener. Dafür entschädigte das leckere Essen im Hotel und das "Löwenbräu" schmeckte allen. Nachdem noch ein Abendspaziergang unternommen wurde, nicht weiter als zum nächsten Lokal, wo noch ein Absacker sein musste, ging die Mannschaft zur Nachtruhe, da am nächsten Morgen ja wieder um 8 Uhr Frühstück angesagt war.

Dies fiel auch zu aller Zufriedenheit aus, und so konnte die Gruppe am Samstag früh zeitig die geplante Tour starten. Zuerst wollten wir uns die burgartige Großcomburg ansehen, die mit dem 420Meter langen, umlaufend begehbaren Wehrgang und durch ihren romanischen Radleuchter internationalen Rang besitzt. Zuerst fuhren wir einen verbotenen Weg bis hoch an das Tor der Burg, um dann jede Ecke der Anlage genau unter die Lupe zu nehmen. Leider war keine Besichtigung vor 14 Uhr möglich und wir mussten mit der Ansicht von außen vorlieb nehmen.

Weiter führte der Weg von Hessental über Dörrenzimmern, Vellberg, das heute Weinfest feierte und als Attraktion einen Marktbrunnen hat, aus dem der Wein ausgeschenkt wird, leider nicht für uns, wir wollten ja weiter.

Über kleine Straßen vorbei an Gründelhart, Onolzheim ging die Strecke durch Crailsheim bis zu einem Parkplatz in der Ortschaft Gröningen. Dort wurden wir gewarnt von herab fallenden Eichenspinnerraupen aber wir parkten trotzdem und begaben uns auf eine kurze Wanderung zur Hammerschmiede. Der Weg führte bergab und wir hörten nur die Bienen summen, das Bächlein rauschen und sahen hunderte Schmetterlinge auf dem Weg sitzen, die dann aufflogen als wir näher kamen. Die Hammerschmiede ist seit vielen Jahren ein lebendiges Museum, was wir zwar besichtigen konnten, aber einen Tag zu früh dran waren. Jeden ersten Sonntag im Monat wird hier vorgeführt, wie der Übergang vom Handwerk zur Industrialisierung vonstatten ging und man kann den Schmiedemeistern bei Ihrer funkensprühenden Arbeit über die Schulter schauen. Auch gibt es hier eine voll funktionsfähige Ölmühle, die mit einer Dampfmaschine in Gang gesetzt werden kann. Über den Bach führt ein Weg aus Felsbrocken, den wir gerne auch erkundeten. Nachdem wir sogar was zur Erfrischung zu trinken bekamen, ging es nicht ohne ein "leider" wieder zurück, bergan zu den Rollern und Motorrädern. Hier beschlossen wir, nun nach Dinkelsbühl weiter zu fahren, weil dort ein Treffen alter USA-Motorräder stattfand.

Gesagt, getan . Die Fahrt führte wieder durch kleine Ortschaften wie Michelbach an der Lücke, Steinbach an der Holzecke etc. bis Dinkelsbühl, wo wir direkt am Anfang in der Altstadt einen Parkplatz für unsere Fahrzeuge fanden.

Zu Fuß machten wir uns auf den Weg und sahen gleich um die Ecke das Cafe Fischer, die Alte Apotheke und viele gut erhaltene oder neu renovierte Fachwerkhäuser, vor denen nun Motorräder aus verschiedenen Epochen aus Amerika postiert wurden, damit jeder die Prachtstücke besichtigen konnte. Das wurde auch von uns ausgiebig getan nicht ohne unser leibliches Wohl zu vernachlässigen. Eine Bratwurst aus der Hand oder Weißwurst im Biergarten, für jeden war etwas dabei. Dann hieß es wieder auf die Fahrzeuge, um die heutige Rundfahrt zu beenden, was aber noch ca. 50 km Strecke bedeutete. Die Deutsche Ferienroute Alpen-Ostsee auch einen Teil benutzend rollerten wir dann gemütlich wieder zu unserem Hotel, wo dann eine Stunde zum Relaxen oder Umziehen zur Verfügung stand.

Wir hatten den Treffpunkt an der Bushaltestelle um 18.09 Uhr vorgesehen, um noch genügend Zeit für einen ausgiebigen Bummel durch Schwäbisch Hall zu haben und auch für die Suche nach einer Futterkrippe für die Mannschaft. Das letztere klappte nicht gleich, da hier alle am Samstag reservieren für das Essen vor den Freilichtspielen. Man muss wissen, dass in Schwäbisch Hall im Sommer verschiedene Aufführungen direkt am am Marktplatz auf der großen Treppe der Michaelskirche stattfinden. Heute spielte man "Glenn Miller". Die Melodien begleiteten uns bei unserem Gang durch die Stadt. Nachdem wir also bei Dorle was zu Essen bekamen und über den Altersdurchschnitt der einzeln belegten Tische debattierten, klärten wir noch was Meißner Porzellan und junge Mädchen gemeinsam haben. Daraufhin brauchte Bruno einen 2. Uzo, den er aber für alle bestellte, denn allein trinkt es sich schlecht,gell?? Wir hatten vorher alle Möglichkeiten an Lokalitäten bergauf und bergab erkundet und waren jetzt gespannt, welche Wege wir mit unserem Nachtwächter noch zurücklegen würden.

Am vereinbarten Treffpunkt sahen wir ihn nicht gleich, aber Gisbert entdeckte ihn in einer Seitenstraße. Nachdem wir uns bekannt gemacht hatten, stellten wir fest, dass er schon ein wenig in Vellberg, wo er auch später wieder hin wollte, beim Weinfest gefeiert hatte, aber das tat der Führung keinen Abbruch. Er erzählte uns von den Salzsiedern, deren Leben, dem Reichtum von Schwäbisch Hall, führte uns nochmal durch die historische Altstadt mit ihren überdachten Brücken, Fachwerkhäusern und engen Gassen, zeigte uns seine frühere Wohnung, waghalsige Abkürzungen bis hinauf auf eine Terrasse, von der man einen herrlichen Ausblick auf das nächtliche Schwäbisch Hall hatte. Leider konnten wir die Michaelskirche nicht besichtigen und auch der Zugang zur Treppe war zu dieser späten Stunde nicht möglich da die Festspiele noch andauerten. Nachdem wir uns von unserem Nachtwächter verabschiedet hatten, ging es nochmals bergab , um einen gemütlichen Abschluss des Tages in einem der vielen Lokale der Stadt zu begehen. Hier saßen wir dann fröhlich zusammen und ließen den Tag nochmals Revue passieren. Doch alles geht zu Ende und wir fuhren dann mit dem Bus wieder Richtung Hotel für nur 0,90 Euro hin und zurück pro Person! Da sollten sich unsere Städte mal ein Beispiel nehmen!! Kaum ausgestiegen, stimmten wir "Happy Birthday" an, denn Melanie hatte Geburtstag. Im Hotelhof angekommen, beschlossen wir, aus unseren Zimmern jeweils einen Piccolo zu holen und den auf Melanies Wohl zu trinken. So wurde es auch gemacht und in unserer "Garage" wurden kurzerhand ein Tisch und einige Stühle aufgestellt, die da so herum standen und auf das Geburtstagskind angestoßen. Eine Karte hatten wir vorher schon unterschrieben und eine Kerze hatten wir auch dabei. Also wie im richtigen Leben, grins. Dann aber hopp, in die Fallen, denn der Heimweg wollte ja auch gemütlich am nächsten Tag angetreten werden.

Nachdem alle Ihre Rechnungen bezahlt hatten, wurde noch ein Gruppenfoto am nächsten Morgen gemacht, bevor wir dann über Umwege in Richtung Heimat losfuhren. Zuerst auf die B19 Richtung Bad Mergentheim und an der Schwäbischen Weinstraße entlang bis Dörzbach um dann die Schwäbische Dichterstraße zu befahren bis nach Jagsthausen, wo wir die Götzburg besichtigen wollten um die eiserne Faust des Ritters Götz von Berlichingen zu sehen. Leider war dies nicht möglich, da gerade eine Kindervorführung der Freilichtspiele stattfand. Also beschlossen wir, weiter zu fahren und in Möckmühl einen neuen Versuch für eine Kaffeepause zu starten. Dieses Örtchen hat uns gefallen. Wir fuhren zuerst durch ein kleines Stadttor, um dann in einer Seitengasse der Altstadt Parkplätze für die Maschinen zu bekommen. Zweimal um die Ecke fanden wir eine Eisdiele, die unsere Bedürfnisse stillen konnte und zur Überraschung aller fing plötzlich eine Bläsergruppe auf dem nahe gelegenen Kirchturm an, ein Ständchen zu bringen. Günther freute sich und meinte, wie bestellt .. für Melanies Geburtstag, grins. Nun fuhren wir weiter unserem nächsten Ziel, Amorbach, entgegen. Es ging über Adelsheim Richtung Buchen um kurz vorher Richtung Amorbach abzubiegen. Hier führte eine gut ausgebaute Strecke uns direkt dorthin. Doch da wir bei einer kleinen Pause auf einem Parkplatz durch ein unglückliches Manöver von Günther dessen rechten Außenspiegel verloren, verzichteten wir auf die Besichtigung der Klosterkirche von Amorbach und fuhren direkt nach Erbach im Odenwald, wo wir dann zu unserem verdienten Mittagessen kamen. Hier beschlossen wir, den letzten Teil der Heimfahrt noch bis Bensheim gemeinsam zu rollern, und dann mit Heidi und Peter noch eine letzte Einkehr in der Vettersmühle in Zell zu machen. Heidi führte dann die Gruppe und die Mannschaft trennte sich dann wie gesagt zuerst in Bensheim, dann in Hähnlein, Leeheim, Ginsheim, Abfahrt Autobahn Gustavsburg. 612 km hatten wir ohne Verluste... von Norberts Visier, Günthers Spiegel und Inges Kamera abgesehen, gut hinter uns gebracht.

Danke an alle die mit waren. Ich hoffe, es hat Euch auch Spaß gemacht und nächstes Jahr seid Ihr wieder dabei.

Inge Schulze