Das schwäbische Meer - tröpfchenweise betrachtet
- und wir lassen die Puppen tanzen (12.05. - 16.05.2010)

Von Detlef Hennig

Tag 1 Pünktlich 08:30 Uhr sammelten sich:

Norbert, Hanno bereits 40 km gefahren, Rolf, Detlef & Petra zur Abfahrt. Margit würde später mit dem Auto hinterherfahren.

Bei dann trockenem Wetter über die A60/A67 auf die A5 bis Raststätte Bruchsal. Hier stieß Günther zu uns und mit 6 Fahrzeugen und 7 Personen ging es weiter auf die B35 Richtung Stuttgart.

Am Illinger Eck wurde dann eine Tankrast eingelegt und Bockwürstchen, aber auch mit gebrachte "Fleischwurscht" aus der Goldschmiede und Kaffee vertilgt. Weiter ging es in Richtung Stuttgart am Vaihinger Schloss vorbei, und in Zuffenhausen auf die A81, weiter auf die A8 bis Ausfahrt Möhringen (52a). Von hier auf die B27 Richtung Bad Urach. Nach einer kleineren Pause fuhr die Gruppe weiter bis Biberach vorbei an den Felsformationen der schwäbischen Alb und von hier weiter bis Lindau. Vor dem Bodensee war die Straße dann gesäumt mit Obstplantagen, aber auch Hopfenfelder, so weit das Auge reicht. Hier ist das Hauptanbaugebiet des Hopfens, der an die großen Brauereien weitergeliefert wird.

In Lindau wurde dann nochmals aufgetankt, um für den nächsten Tag gerüstet zu sein (was sich als unnötig erwies) und dann ging es weiter auf die Insel zum Hotel Brugger. Hier wurden wir freundlich in Empfang genommen und unsere Garagenstellplätze zugeteilt. Etwas misstrauisch und mit einigen Schwierigkeiten haben wir die Fahrzeuge dann auf den doppelten Garagenböden mit gekantetem Stahlblech geparkt. Nach dem Bezug der Zimmer traf man sich zum ersten Inselrundgang und landete im Traditionsbrauhaus Zum Sünfzen. Man ließ sich das Bier und das Essen schmecken. In der dann gefundenen Pizzeria hätte Günter sein Tiramisu essen können, aber er schaute dann doch unverständlicherweise nur Norbert zu. Den Tag beschloss man dann in der Hoffnung auf besseres Wetter, da es angefangen hatte zu regnen.

Tag 2: Regen, Regen, Regen und Geburtstagskuchen

Erstmal wurde Günther sein Geburtstag beim Frühstück mit Kuchen und Kerzen gefeiert. Beim Frühstück wurde beschlossen, heute die Fahrzeuge bei dem strömenden Regen stehen zu lassen. Rolf & Margit erkundeten mit dem Auto die geplante Alpentour. Ein Teil, mangels Fahrzeug, entschloss sich dann die Tuning Ausstellung in Friedrichshafen anzusehen, während Norbert es vorzog, zu faulenzen. In Friedrichshafen lernten wir dann, dass es keinen Lautsprecher gibt, der nicht doch im Kofferraum Platz hat, zwar dann ohne Kofferraum - aber laut. Ob man wirklich noch einen Maybach oder Lamborghini veredeln muss, kann man sich wirklich fragen, aber auch was ein 116 cm Flachbildschirm im Kofferraum verloren hat. Die Mädels mit Body Painting waren dagegen schon besser anzuschauen, wie auch bei Jungs von Soulful Vibes mit dem Break Dance, mindestens zur Freude von Petra. Die tanzenden Glam Girls waren dagegen eher schwach, auch nach der Meinung der Petra begleitenden Herren. Zurück ging es dann beim Erstversuch mit dem Taxi. Der Taxifahrer freute sich bereits auf den sichtbaren Stau und der damit verbundenen geldbringenden Wartezeit, hatte aber nicht mit Petra gerechnet, die kurzentschlossen als neues Fahrziel den Bahnhof angab, was er nicht gerade freudestrahlend zur Kenntnis nahm. Nach 25 Minuten waren wir dann mit dem Zug in Lindau, nachdem wir auch unser Inschinjördiplom bei der Bedienung des Fahrkartenautomaten absolviert hatten. Garantiert früher und kostengünstiger als mit dem Taxi durch den Stau. Der Abend wurde dann im Weinhaus Frey beschlossen, bei phantastischem Essen und guter Bewirtung durch Chef und Chefin, einschließlich Tiramisu für das Geburtstagskind, fremdbesorgt von Norbert, aber trotzdem serviert von der Chefin Frau Buchfink. Das Lokal wurde von Familie Buchfink vor ein paar Jahren übernommen. Vorher waren sie für das Catering von Gil Sander in Hamburg verantwortlich. Die Erfahrung merkte man im ganzen Umgang mit den Gästen und dem, wie erwähnt, vorzüglichem Essen.
Damit blieb die Hoffnung auf besseres Wetter am nächsten Tag.

Tag 3: siehe Überschrift Tag 2 - allerdings ohne Geburtstagskuchen-abends lassen wir die Puppen tanzen

Man beschloss auch heute nicht zu fahren, da es Bindfäden regnete. Rolf und Margit setzten sich trotzdem auf das Motorrad, der Rest beschloss einen Mietwagen zu buchen, um zumindest nach Appenzell zufahren, die Tour, die Günther vorbereitet hatte. Hanno blieb im Hotel und "frönte" seiner Migräne. In Appenzell, in der Käserei, stieß dann Rolf und Margit dazu und wir konnten Gerichte mit dem Appenzeller Käse probieren und auch einen Einblick in die Käseherstellung gewinnen. Auf dem Rückweg, das Auge und die Nase des Beifahrers immer auf der Suche nach Cafés, Konditoreien oder ähnlichem, konnten wir erstmal weiter die schöne Landschaft genießen, dann aber wurde unser Kaffeebeauftragter fündig. Nach einem ersten Fehlversuch fanden wir dann eine Alternative. Günther hatte hier die Möglichkeiten einen "Käsekuchen" zu essen, der auch mit Messer und Gabel serviert wurde. Man lernt eben nie aus. Hier ist KÄSEKUCHEN tatsächlich KÄSEKUCHEN und kein Quarkkuchen. Abends stand dann das Marionettentheater auf dem Programm. Es gab die "Fledermaus". Erst ein wenig zögerlich stimmten morgens noch die anderen dem Theaterbesuch zu, was dann aber niemand bereut hat. Auch die Backstage Vorführung und die Erklärungen danach waren hoch interessant. Und nach dem Theater fand sich noch eine nette Pizzeria, um den Abend ausklingen zu lassen.

Tag 4: Nein - kein Regen nur kalt und trocken - zumindest in Lindau

Man beschloss heute die Fahrzeuge zu bewegen. Diesmal strich Petra wegen Kreislaufproblemen die Segel, also fuhren wir mit 5 Fahrzeugen und 6 Personen Richtung Allgäu los. Die Fahrt führte über die Pfänderstrasse nach Scheidegg. Auf dem Pfänder angelangt, nach einer tollen Strecke und Ausblick über den Bodensee, kreuzte zuerst eine Oldtimerrallye den Weg, dann leichter Nieselregen. Der Weg führte weiter zum großen Alpsee nach Immenstaad - und richtig, der Regen wurde stärker und steigerte sich über Sonthofen, Oberstdorf bis zur Heini-Klopfer-Skiflugchance, der zweit-größten Skiflugschanze der Welt. Nach einer heißen Suppe und dann nachlassendem Regen machten sich Rolf, Margit, Norbert und Detlef auf in den Sessellift, um zum Schanzentisch hochzufahren. Der Schrägaufzug in der Schanze war zwar in Betrieb, aber oben wurde gebaut, so dass keine Aussicht möglich war, weshalb man beschloss, doch nicht ganz nach oben zu fahren. Am Schanzentisch wuchs der Respekt gegenüber den Skifliegern zusehends. In Anbetracht des wieder einsetzenden Regens beschloss man nach Lindau zurückzufahren und das kleine Walsertal und Oberstdorf links liegen zu lassen. Der Weg führte über Obermaiselstein und Balderschwang über den Riedbergpass. Hier wurde es mit 16% Steigung und 125 ccm auch etwas schwieriger, aber Günther, ein Meister seines Faches, absolvierte auch dies bravouröus, wie er sich mit der schwächsten Maschine ganz toll im Feld hielt. Auf dem Riedbergpass ließ tatsächlich der Regen nach. Dafür kam Nebel auf und das Thermometer fiel auf 4 Grad. Aber kein Grund, traurig zu sein, unterhalb von 1000 m fanden wir den Regen doch glatt wieder. Von hier ging es über Hittisau, dann nach Bregenz und Lindau zurück, wo zwischenzeitlich auch der Regen eingesetzt hatte. Also erstmal trockenlegen und die Sauna besuchen, was wenigstens 14,2857% der Gruppe machte. Abends ließ man den Abend in der alten Post ausklingen. Ebenfalls sehr empfehlenswert.
Ein kleiner Disput über die Abfahrtszeit für die Heimfahrt rundete den Abend ab. Manche wollten eher um 11:00 Uhr losfahren, der größte Teil um 9, und ein kleiner Teil sogar um 8:30 Uhr. Einer fand 11:00 Uhr gefühlsmäßig schon als Nachmittag. Je eher, desto flexibler ist man auf der Strecke und desto pünktlicher kommt man zum Mittagessen. Nach langer Diskussion entschied man sich um 9:30 Uhr zu fahren.

Letzter Tag und Heimfahrt

Es wurde allerdings 09:37 Uhr, da wir leichte Schwierigkeiten hatten, die Funkgeräte anzulegen (Detlef und Petra), sehr zur Schadenfreude der sonst grundsätzlich nicht ganz die Uhrzeit treffenden Zeitgenossen, die ausnahmsweise mal pünktlich waren. Selbstverständlich regnete es und dazu kam noch stockender Verkehr am See entlang auf der B31 bis zur A81. Hier fuhr man bis Rottweil und konnte gemeinsam einen Bus ärgern, der sich unbedingt mit Günther seiner 125er X9 anlegen wollte. In Rottweil ging es dann über Freudenstadt und Schwarzenbachtalsperre ins Bühlertal und von da nach Ulm-Lichtenau, um Freunde von Petra und Detlef abzuholen. Die haben in dem Restaurant der nahegelegenen Straußenfarm in Rheinmünster - Schwarzach einen Tisch reserviert und man konnte Straußensteaks genießen im Brombacher-Lindenhof. Allerdings traf man doch relativ spät,um 14:15 Uhr, ein, da der Stau am Bodensee doch Zeit gekostet hat. (1 Stunde früher hätte hier geholfen). Nach einer guten Stunde, zwischenzeitlich war es 15:30 Uhr, ging es weiter am Rheindamm entlang nach Iffezheim und rüber auf die französische Seite. Der Autobahn folgend bis Kandel, danach weiter auf die A65 bis Mutterstadt/Frankenthal. Hier trennte sich die Gruppe. Günther fuhr über die A5 heim, der Rest über die A65/A63 bis Mainz. Norbert und Rolf sind dann von Alzey aus über die Landstrassen heimgefahren.

Ich bedanke mich bei allen Mitfahrern, die alle diszipliniert und vorsichtig gefahren sind. Ausfälle/ Unfälle und dergleichen waren nicht zu beklagen. Nochmals ein Lob an Günther, der hervorragend mithielt, aber auch für die Rücksichtnahme der anderen, wenn es mal schneller gegangen wäre. Als Fazit bleibt festzuhalten: Wetter kann man nicht beeinflussen und frühzeitig wegfahren vergrößert die Flexibilität auf der Strecke. Auch noch ein Wort zum Hotel Brugger: Familie Brugger war sehr zuvorkommend und hilfsbereit und wirklich bemüht, uns bei einem Alternativprogramm zu unterstützen. So wurde das Internet durchpflügt, aber auch die Karten für das Marionettentheater organisiert bis hin zu den Tipps für den Abend. Ebenso erwähnenswert sind Sauna und Dampfbad. Klein, aber fein und super sauber.

Bis zur nächsten Tour
Detlef