Wochenendfahrt nach Maulbronn vom 03.07. - 04.07.2010

Von Detlef Hennig

Am 03.07. trafen sich pünktlich um 08:15 Uhr am Logomarkt Bischofsheim:
Bruno, Gisbert & Maria, Melanie, Norbert (Motorrad), Petra, Detlef und Gastfahrer: Hanno, Achim (Motorrad) und Jochen (Motorrad).
In Alsfeld sollten dann noch Heidi und Peter (beide Motorräder) zu uns stoßen. Die Gruppe war auch so eingeteilt, dass ich vorne gefahren bin und Petra (wir beide mit Funk ausgestattet, hinter den Rollern und vor den Motorrädern fuhr. Sollte die doch große Gruppe auseinandergerissen werden, wäre Petra auf alle Fälle dabei und ebenfalls ortskundig, so dass sie die Motorräder wieder heranführen konnte. Ausgestattet mit der 500er X9 und den Motorrädern war dies immer kein Problem.
Inge konnte leider nicht mitfahren, da sie einen Tag vorher ins Krankenhaus musste. Schraubertechnisch würde ich sagen zum Zündzeitpunkt und Treibstoffverbrennung nachstellen. Der Blindstopfen und die Ablagerungen in den Motorteilen hatten anscheinend keine Schuld. Sie hatte unser Mitgefühl und wurde permanent auf dem Laufenden gehalten.

Ebenfalls pünktlich um 08:30 nahmen wir den Asphalt unter die Räder. Über die A60/ A67 auf die A5 Richtung Basel. In Bruchsal wurde dann Treibstoff gebunkert und Melanie zeigte uns mit Hilfe von Bruno und Peter, dass ihre Hexe auch ohne die (zusammengefallene) Batterie anspringt. Nämlich mit Hilfe eines Kickstarters. Wir danken insbesondere dem italienischen Konstrukteur, der den Kickstarter an der Hexe (nein nicht an Melanie - an ihrem Roller) belassen hat. Von da an runter von der Autobahn über die B 35 durch Bruchsal und links ab auf die L 618 durch Heidelsheim, Gochsheim, Flehingen, um dann im Weingut Kern in Oberderdingen erst mal das Gepäck abzuladen, denn hier haben wir auch den Abend verbracht. Ein zweites Frühstück war auch bereits vorbereitet.

Dann ging es weiter über Sternenfels, dann auf die "grauen", kaum in der Karte eingezeichneten Strassen, nach Häfnerhaslach, Ochsenbach und Hohenhaslach. Die Kenner württembergischen Weines lassen sich diese Namen auf der Zunge zergehen, denn hier ist das Herz des Württemberger Lemberger Trollingers. Hier verläuft auch ein Tel der württembergischen Weinstrasse und der deutschen Fachwerkstrasse. So fuhren wir durch Weinberge, über sanfte Hügel und durch sanfte Kurven. In Hohenhaslach ging es dann rechts ab Richtung Sersheim, dann links nach Großsachsenheim, von hier nach Markgröningen. Hier wurden wir dann von Umleitungen und Straßensperrungen etwas aufgehalten und mussten Kreuz und quer fahren. Petra hatte alle Hände voll zu tun, mit schauen, wo die da vorne hinfahren, was die hinter ihr machen und gleichzeitig Funkkontakt halten und auf rote Ampeln aufpassen und die Gruppen wieder vereinigen. Sie hat dabei einen tollen Job erledigt. Das nächste Ziel war dann die Festung Hohen Asperg. Angeblich liegt sie auf dem "höchsten Berg Deutschlands". Man benötigt zwar nur 5 Minuten um nach oben zu kommen, aber eventuell 10 Jahre, um wieder runterzukommen. Hier oben wird ein Teil der Festung als Gefängnis benutzt und dies schon seit Jahrhunderten. Aktuell ist dies ein Gefängniskrankenhaus. Berühmte Insassen war der Dichter Schubart, aber auch Schiller musste nach Veröffentlichung der Räuber fliehen, um nicht einsitzen zu müssen. Aktuell saß der Serienmörder Pomerenke bis zu seinem Tod 2008 hier und davor Peter Graf, der Vater von Steffi Graf. Wir fuhren die Burgauffahrt hinauf bis ganz oben in den Burghof. Neben dem schönen Ausblick, auf den unser Norbert dann schlafenderweise verzichtet hat, gab es ein bisschen wind, der bei 35 Grad im Schatten mehr als wohl tat.

Weiter ging es dann 5km ins Schloss Ludwigsburg (blühendes Barock). Hier sind wir direkt in den Innenhof gefahren. Die Genehmigung hatte ich bereits 1 Monat vorher eingeholt und auch bei mir. Aber Der Pförtner wusste sogar Bescheid und ließ uns direkt rein. Manche glauben heute noch, ich hätte den Pförtner bequatscht. Bruno, Heidi und Peter nahmen dann das Café im ersten Innenhof in Beschlag und verzichteten auf das Schloss und die Gärten. Wir haben auch auf die Innenbesichtigung des Schlosses bei nun doch 40 Grad im Schatten verzichtet (nicht übertrieben).Wir haben eher die Schatten in den Schlossgärten gesucht, waren aber alle tiefbeeindruckt von der Größe und der Vielfältigkeit, dabei haben wir noch nicht einmal 30 % gesehen, ganz abgesehen von den verschiedenen Musseen (Waffenmuseen, Porzellanmanufaktur, Vogelvolière, Rosenausstellung etc.).

Hier haben wir auch Ruth und Heike (mit Baby) getroffen, die Frauen von Joachim und Jochen. Die sind mit dem Auto angefahren, da wir auf den Babytransport auf dem Zweirad verzichten haben. Vorher hatten wir in einer Umfrage das Interesse am Public Viewing für das Argentinienspiel abgefragt. Der Kompromiss lag dann im Weiterfahren und pünktlich zur 2. Halbzeit im Weingut sein.

Nach ca. 2 Stunden Aufenthalt im Schloss, fuhren wir weiter, erst zurück nach Asperg und Markgröningen, richtig, wieder durch alle Umleitungen, um dann die B10 zu kreuzen nach Hochdorf, Riet, Nußdorf, Aurich. Hier erreichten wir wieder die Weingegend, diesmal durch Roßwag und an Mühlhausen vorbei. Die Steilhänge an der Enz sahen fast ein bisschen nach Mosel aus. In der Ferne grüßte uns der Sender Mühlacker, ein 276 m hoher Mast des Süddeutschen Rundfunks, den wir auf unserer Vogesentour schon mal besucht hatte (siehe Events 2009 - Sackgassenbesichtigungstour).

Von hier nun nach Illingen, Gündelbach, Schützingen und Sternenfels, um pünktlich zur Halbzeit im Weingut einzutreffen. Dies reichte zum Fahrzeug abstellen, Duschen und dann gemütlich vor den großen Plasmaschirm im Hof des Weingutes Platz zu nehmen. So genossen wir das 4:0 der deutschen Mannschaft. Halt, nicht alle, Norbert hatte seinen Geldbeutel "verlegt oder verloren", so half Petra erstmal alle Karten zu sperren. Nach dem Spiel sind wir in den Paulaner Biergarten zum Essen gleich nebenan gegangen, da das Weingut eigentlich wegen dem Peter & Paul Fest in Bretten keine Bewirtschaftung hatte. Wir hatten aber vereinbart, dass uns etwas zum Trinken hergerichtet wurde, um nach dem Essen den Tag gemütlich ausklingen zu lassen. Nach dem vorzüglichen Essen mit etwas unfreundlicher Bedienung gingen wir dann zurück und trafen unsere Freunde wieder, den Späten Burgunder, den Lemberger Trollinger und den Wilhlem Christ, einschließlich den Aner Paul, der sogar im Weingut vorhanden war. Unser Respekt wuchs. So beschlossen wir den doch anstrengenden, weil sehr heißen Tag.

Am nächsten Morgen schüttelte dann Norbert das Geld nur so aus dem Ärmel. Er hatte hier noch eine Tasche, in dem sich der Geldbeutel gefunden hat - Gott sei Dank. Nach einem kräftigen Frühstück beschloss man noch eine Runde vor der Klosterführung zu drehen. Die Strecke führte dann durch schöne Kurven und Serpentinen über Sternenfels, Leonbronn, Zaberfeld, Häfnerhaslach, Gündelbach, Schützingen, Zaisersweiher, Mühlacker - Lienzingen (fast) an Petra ihrem Elternhaus vorbei nach Mühlacker, um erneut Treibstoff aufzunehmen. Danach über Ötisheim nach Maulbronn zur Klosterführung. Norbert hat sich spontan entschlossen, diese zu spendieren, nach dem er das Geld sowieso schon abgeschrieben hatte. Die Führung durchs Kloster das auch Weltkulturerbe ist, war äußerst interessant. Von der Legende des Elfinger Weins bis hin zu der Information, dass auch schon Johannes Kepler und Hermann Hesse hier in der Klosterschule waren. Letzterer mit sehr schlechten Erfahrungen, die er auch zum Teil in seinen Werken verarbeitet hat. ("Unterm Rad" und "das Glasperlenspiel" ).Die Klosterschule wird in Trägerschaft der Kirche weiter betrieben und ist heute ein Internatsgymnasium.

Nach einem kurzen Kaffee, Eis etc. machte man sich auf den Heimweg.Jochen und Achim mit ihren Frauen und dem Baby entschlossen sich das Peter & Paul Fest zu besuchen, was die anderen wegen der Hitze vom Tagesplan gestrichen haben. So fuhr man über Bretten, Walzbachtal, Jöhlingen und Weingarten an die Rheinfähre nach Leopoldshafen. Hier wurde erstmal im SB Restaurant mit Terrasse Mittag gegessen. Dann wurde übergesetzt und über die B9 bis Germersheim, dann über Hassloch nach Bad Dürkheim gefahren. Hier noch mal eine kleine Pause am Faß, und dann fast schon die Heimat vor Augen über Grünstadt, hier verabschiedeten sich Heidi und Peter Richtung Worms, um über die Brücke zu kommen, dann weiter Flörsheim-Dalsheim, Westhofen nach Weinolsheim, dann über die B420 nach Nierstein. Hier verstreute sich die Gruppe einesteils geradeaus weiter nach Mainz oder über die Autobahn nach Ginsheim, Gustavsburg oder Bischofsheim. Bruno fuhr geradewegs ins Krankenhaus zu seiner Inge, die ihn doch mitfahren ließ. Es waren 2 schöne Tage mit insgesamt ca. 480 km, schöner Gegend, leider etwas zu warmen Wetter, aber meist guter Laune. Motorradfahrer und Rollerfahrer hamornierten wieder einmal sehr gut miteinander, Rendez-vous mit den "Autofrauen" hat auch geklappt, also alles rund um gut, wie auch das Weingut Kern, in dem wir sehr gut betreut wurden.

Ich bedanke mich bei allen Mitfahrern für den gelungenen Ausflug und das Durchhaltevermögen, trotz der Temperaturen jenseits der 35 Grad und vor allem für die Disziplin beim Fahren, was so auch zu einem entspannten Erlebnis wurde.

Bis zum nächsten mal
Detlef