Wochenendfahrt vom 30.07. bis 01.08.2010
Ziel : Historische Wassermühle in Birgel/Eifel

Von Inge Schulze

Pünktlich um 13.00 Uhr starteten von Gustavsburg Heidi, Peter, Axel, Bruno und ich, Norbert, der uns mit einer neuen Maschine überraschte, die in keiner Weise mehr an einen Roller erinnert, außer die 2 Räder, Gisbert und Maria mit neuen Gepäcktaschen und Karl-Heinz, der zum ersten Mal mit uns ein Wochenende verbringen wollte. Unterwegs in Heidenfahrt sammelten wir dann noch Peter und Geli ein, die seit langer Zeit wieder mit on tour gehen konnten und unser "Kücken", Melanie. Los ging es dann über die Autobahn Bingen/Koblenz bis zur Abfahrt Boppard mehr oder weniger stressfrei (durch LKW's) voran. In Buchholz hatte ich dann zuerst die falsche Richtung dann aber rollerten wir beschaulich über Bauhof bis Alken an die Mosel, wo uns hoch oben die Burg Thurand grüßte, nachdem wir die eine oder andere Spitzkehre der feinsten Art genossen hatten.

Über die Brücke nach Löf, dann gleich ein Cafe aufgesucht, 1.Pause gemütlich dann wieder aufgesessen ,nach Mörz, Münstermaifeld aufwärts, über Nauheim, Kollig, Gering, Dülgesheim Richtung Kaisersesch gefahren um dann eine sagenhafte Strecke nach Monreal zu rollern. Dort wären wir gerne abgestiegen, um das kleine Fachwerkstädtchen näher zu erkunden und dem Cafe Plüsch einen Besuch abzustatten. Aber wir hatten ja erst Pause.... Weiter über Mayen auf die B258 abgebogen, dann auf die B 410. Kurz vor Kelberg auf einem Parkplatz Rast um die Tankfüllanzeigen zu prüfen, denn weit und breit keine Tankstelle in Sicht bisher.

Ein Holz LKW, der auch hier parkte, wollte nun an uns vorbei, und die Roller mussten teilweise umgeparkt werden. Dummerweise übersah Bruno, dass er beim Abbocken seines Fahrzeuges die Federbeine direkt auf seinen vorm Roller abgelegten Helm aufsetzte. Grand Malheur .. Dank Peter Bauer's und Karl-Heinz Hilfe konnte er wieder gangbar gemacht werden und die Gruppe setzte die Fahrt fort und konnte dann in Kelberg tanken. Von hier aus waren es noch ca. 35 km bis zum Ziel.

Hier wurde die Gruppe dann in die vorbestellten Zimmer begleitet. Bauer's und wir hatten Appartements in den hier wieder aufgebauten Fachwerkhäusern gemietet. Die dann alle Erwartungen übertrafen. Einfach toll. Nostalgie pur gemischt mit Komfort der Moderne.
Aber auch die Hotelbucher sind zufrieden. Minibar, Fernseher, große Zimmer, was willst du mehr..?? Sammeln zum Abendbrot um 19.00 Uhr. Hier wieder Ah's und Oh's, tolles Ambiente, super Service, lecker Essen, über die Schnäpse gar nicht zu reden...und überall bekam man seinen Senf dazu. Doch davon später mehr.
Zur späten Stunden noch Besichtigungstermin der Gruppe in den Appartements mit einem kleinen Absacker der dann mit Stühlerücken, Mystischen Spielen etc. gegen 0.00 Uhr endete.

Am nächsten Morgen Frühstück im Gewölbekeller des Restaurants Moulin. War ausreichend und lecker. Anschließend Treffen vorm Backhaus um 10.30 Uhr, um unsere Mühlenolympiade, die aus der Rollerkasse gesponsert wurde, zu beginnen. Patrick, der Sohn des Mühlenwirts ERWIN, wollte es mit uns versuchen. Er teilte kurzerhand die Gruppe in 2 Mannschaften und wie gezaubert waren die Paare in unterschiedlichen Gruppen verteilt. Zufall oder Absicht???!!. So konnte es von vorneherein keine echten Verlierer geben.

Gruppe 1 waren: Peter Bauer, Peter Schmidt, Norbert, Gisbert, Melanie und ich
Gruppe 2 waren: Geli Bauer, Heidi Schmidt, Axel, Karl-Heinz, Maria und Bruno

Mit Backschürzen angetan, wurden wir nun gefordert, 700g Brotteig aus einem 8400g schweren Teigberg abzuteilen. Dies aber ohne Waage, nur mit Gefühl und Augenmaß. Nachdem sich jeder seinen Teil ausgesucht hatte, wurde gruppenweise gewogen, also erst Gruppe 1 jeder, dann Gruppe 2 genauso. Es wurde Buch geführt. Die Gesamtsumme der Gewichte durch 6 geteilt sollte so nah wie möglich 700 g ergeben. Danach war die Aufgabe, aus dem Teig etwas herzustellen, was das Hobby, das Lieblingstier etc. des Teilnehmers darstellen sollte, aber auch klar für andere ersichtlich ist.

Die verrücktesten Dinge sind hier entstanden, Schlappen, Fisch, Hockeyschläger, Schnecke, Sonne, Geist, Gesichter und es gab reichlich Punkte. Lob an alle ! Ihr wart super.
Beim anschließenden NAGELN mit der schwachen und starken Seite, dann mit beiden Händen waren die Leistungen auch beeindruckend und sehr unterhaltsam. Der nachfolgende Stiefelzielweitwurf übertraf beim Rechts-, Links- und Rückwärtswurf jegliche Erwartungen. Manche schafften sogar Doppel NULL, einfach grandios. Kurze Pause, was zu trinken wurde organisiert, ehe wir dann zum nächsten Punkt kamen, dem Sägen zu zweit, um eine komplette Baumscheibe mit 300g zu erhalten. Gruppe 2 fing mit Bruno und Karl-Heinz an, die es schafften. Das Team Geli/Heidi bestach durch elegante Sägeführung und enormen Durchhaltevermögen!! Jeder gab alles!!

Wieder wurde gewogen und der Durchschnitt der Gruppe berechnet

Dann durften wir Senf schöpfen. Aufgabe war, in eine Schüssel 1200 g Senf mit einer riesigen Suppenkelle zu "wiegen". Wir entschieden uns(Gruppe 1) es so zu lassen, wie Gisbert es elegant mit einem Hub eingefüllt hatte, ob wohl einige der Meinung waren , es fehlt vielleicht ein wenig, aber in Anbetracht des riesigen Löffels wollten wir uns nicht alles vertun! Das Ergebnis gab uns recht. 1090g also nur 110g zuwenig.

Gruppe 2 hatte genau 10 g weniger als wir.. Dann durften wir mit Gewürzen diesen GRUNDSENF verändern. Der Abschmecker Patrick bestätigte beiden Gruppen eine gute Wahl, ob scharf oder süß. Jetzt wurde für jeden ein Glas seines Senfs eingefüllt, welches wir mit nach Hause nehmen konnten.

Dann ging es in die Sägemühle zum kleinen Mittagessen. Einer Gemüsesuppe mit vereinzelten Wurstscheiben, dazu gab es Mühlenbrot, Senf, Schmalz und Quark.

So gestärkt wollten wir es dann wissen!! Das Bierfassrollen mit Parcours stand an.
In Staffellaufmanier musste man das kleine Fass um Hindernisse herum oder daran vorbei rollen, um dann schnellst möglich zum wartenden Mannschafts-Kollegen am Start wieder anzukommen. Das klappte ganz wunderbar, bis auf einige Zwischenfälle. Einmal wurden Hindernisse ignoriert, einmal ein kurzer Stopp durch's übers Fass stolpern und dann als Krönung durch den freien Fall einer Rollermama mit Aufsetzen des Unterkiefers auf dem Asphalt begleitet.

Doch trotz dieser kurzen Einlagen wurde das Spiel beendet. Das anschließende letzte Event, KISTENSTAPELN quer, wurde von der Gruppe 1 mit 9 Kisten der Gruppe 2 mit 7 Kisten bravourös beendet.

Alles in allem war diese Olympiade geprägt von der Gewissheit, dass wir gemeinsam stark sind, jeder etwas beiträgt in der Gruppe . Schade war es , dass 5 Leute insgesamt gefehlt haben.

Die Siegerehrung fand im Biergarten der Sägemühle statt.

Platz 1 hatte Gruppe 2, Platz 2 demnach Gruppe 1 erspielt. Urkunden und Schnapspreise wechselten die Besitzer und wurden feierlich überreicht.

Dann warteten wir auf die Mühlenführung mit Schnapsprobe , die sehr interessant war, sah man doch in der Ölmühle. Wie aus Raps in vielen schweren Arbeitsgängen früher Öl gewonnen wurde. Die Reste wurden als Viehfutter verwendet. In der Senfmühle wurde das Mahlwerk extra für uns eingeschaltet, die Backstube kannten wir ja aus unserer ersten Disziplin. Das Standesamt mit Seminarraum gefiel uns auch gut. Die funktionstüchtige Getreide-Mühle beeindruckte mit dem gut durchdachten System der Förderung durch senkrechte hohle Balken mit Förderbändern.
In der Gaststätte wurde für uns die Säge angestellt. Hier sah man wie überall, die Liebe des Müllers ERWIN zu diesen Dingen und sein Bemühen, das Handwerk zum Anfassen und für alle verständlich zu machen. 

Eigentlich war jetzt noch eine kleine Rollertour angedacht, aber als wir zufällig am Kuchenbüffet vorbeikamen, gab's nur eine Entscheidung....Hier bleiben, ausruhen, Sahnetorte genießen und den Tag Revue passieren lassen.

Bald ging es dann zum Endspurt des Tages. Wir hatten ein 4 Gänge Menü bestellt.
Kulinarisch verwöhnt wurde die Gruppe an diesem Abend wieder durch allerlei Delikatessen aus der Küche und danach strebte man noch ins Appartement "Bauer" zum Klönschnack als Abschluss.

Am nächsten Morgen hieß es Abschied nehmen und wir nahmen Kurs auf unsere Rundfahrt durch die Eifel so gegen 10.00 Uhr. Erstes Ziel war Bad Münstereifel, das wir durch viele kleine Seitentäler und kleine und größere Anstiege erreichten. Vor dem Stadttor fanden wir einen Motorradparkplatz und schlenderten dann durch das idyllische Fachwerkstädtchen auf der Suche nach HEINO'S Cafe: Endlich gefunden, entschieden sich dann nur Peter und Heidi für das Cafe, der Rest zog eine Eisdiele vor.

Danach ging es Richtung Schlund und Nürburgring, doch kurz vorher bogen wir ab zum Örtchen Fuchshofen, nicht ohne am Cafe Waldfrieden die vielen Motorradfahrer , die dort Zwischenstopp eingelegt hatten, zu grüßen. Die Strecke, dich ich hier ausgesucht hatte, war ein echtes Highlight. Von Fuchshofen nach Reifferscheid war purer Fahrspaß Kurven wie in Italien, auf der Straße war so wenig Verkehr, dass sogar Gras quer über die Fahrbahn wachsen konnte. Karl-Heinz dachte, es sei eine Einbahnstraße... bis ihm ein Auto entgegen kam!!

Dann kamen wir in Adenau wieder auf die normale Strecke , wurden umgeleitet aber fanden dann schnell wieder die Strecke Richtung Mayen, um von dort dann nach Lahnstein zu rollern, weil uns die Brauerei Maximilian wieder einmal lockte mit ihren guten Angeboten.

Plötzlich zog mein Roller nicht mehr und Bruno kam noch einmal als Schraubergott zum Zug.Die Gruppe fuhr vor zum Lokal, Bruno und ich folgten dann nach. Nach dem köstlichen Essen hieß es dann: letzte Etappe Richtung Heimat. Da jetzt Karl-Heinz Roller nicht mehr ansprang, trennte sich die Gruppe erneut und fuhr teilweise schon einmal gen Heimat. Bruno konnte den Defekt beheben und der Rest der Truppe fuhr dann auch am Rhein entlang zurück und genoss den Ausklang des schönen Tages. Nach 500 km insgesamt und immerhin 300 Tageskilometern bis Gustavsburg endete dieses Wochenende zufrieden und mit der Hoffnung, dass wir bald wieder unterwegs sein können.