Durch den Hunsrück, die Vogesen und dem Schwarzwald...
oder unsere Sackgassenbesichtigungstour vom 20.05.-24.05.2009

Von Detlef Hennig

Mitgefahren sind: Inge, Bruno, Günther Norbert, Petra, Detlef
Gastfahrer: Rolf & Margit, Joachim und Hanno

1. Etappe 20.05. | Bischofsheim - Saarbrücken

Start 10:00 Uhr bei Detlef und Petra, pünktlich, bis auf Joachim und Hanno die in Hechtsheim bzw. an der Fähre Ingelheim dazustoßen sollten. Also ging es erstmal über die A 60 Richtung Bingen, als kurz nach der Weisenauer Brücke über Funk die Meldung kam: "mai rots Öllämple brennt die ganz Zait". Dies war natürlich keine gute Nachricht, also beschloss man auf der Raststätte Heidenfahrt zu halten, um den Ölstand zu kontrollieren. Nach längerem suchen unseres "Schraubergottes", der auch bereits das passende Werkzeug ausgerollt hatte, fand sich auch der Ölpeilstab der X9 von Petra. Detlef, schon mal vorausschauend im Laden und einen Liter Öl kaufend, wurde dann mit der Tatsache konfrontiert, dass kein Öl fehlt, sondern zu viel drin ist. Also "Abschläucheln" mit Spritze und Gummischlauch. (Danke Schraubergott - Amen,amen,amen) Nach einer Stunde ging es dann weiter um an der Fähre Hanno abzuholen, der bereits von Norbert und Joachim informiert wurde. Dann ging es aber wirklich los.

Über Bad Kreuznach, Bad Münster am Stein Ebernburg am Rotenfels entlang, weiter über Odernheim und dem Glantal folgend bis Bad Sobernheim, war man von der Landschaft ganz begeistert. Dann auf die Bundesstrasse bis nach Idar-Oberstein - alle Eisdielen auslassend - zum Mittagessen. Hier fand sich schnell ein Restaurant zum draußen sitzen. Bis zum Essen schafften es Petra und Inge auch zu einem Shoppingbummel, und weiter ging es auf der Bundesstrasse über Birkenfeld nach Nonnweiler-Otzenhausen, um den Hunnenring zu besichtigen http://www.keltenring-otzenhausen.de. Die Pause wurde dann auch genutzt, Flüssigkeit und 3 Leberwurstbrote (viele Grüße an 50% der BMW Besatzung) aufzunehmen, bevor es dann weiter ging in Richtung brennender Berg in Dudweiler. Der Losheimer See wurde ausgelassen, da man doch bei der Aktion "Öl für alle - Hilfe mein Roller produziert Öl", zuviel Zeit gelassen hatte. Der brennende Berg wurde nun von einer Umleitung blockiert, die ca. 25km in Anspruch genommen hätte und so beschloss man direkt in das Hotel Meran zu fahren, um sich im Pool etwas abzukühlen. Dies funktionierte auch und man war pünktlich) im Brauhaus Stiefel die reservierten Plätze einzunehmen. Zu vorzüglichem Essen gab es leider zu warmes Bier. Aber immerhin konnte mit einer kleineren Maggi Flasche unsere "Maggifetischistin" zu Frieden gestellt werden. Ausklingen ließen wir den Abend im Freien sitzend auf dem Johanner Markt, der bei dem lauen Wetter natürlich "proppe voll" war, aber wir haben dafür ausgebildete Platzmacher, die sich auch vorbildlich für die Gruppe eingesetzt haben (Danke Günther).

2. Etappe | Saarbrücken - Saint-Dié-des-Vosges

Diese Etappe stand unter mehreren ungewollten Vorzeichen. Nach dem Tanken hieß es erst einmal, getrennt fahren und vereint zuschlagen. Unsere beiden Motorräder mussten an der Ampel warten. Vereinbarungsgemäß, solange nicht abgebogen wird, sollte die Gruppe weiterfahren, was sie auch tat, in dem Wissen, dass die Motorräder schneller sind und aufholen können. Als nach 15 Minuten immer noch kein Norbert, Rolf und keine Margit zu sehen waren, hielt die Gruppe und beauftragter Pfadfinder machte sich auf die Suche, fand sie aber nicht. Im Nachhinein erfuhren wir, dass man dann doch einer Eingebung folgend einfach mal abgebogen wäre, weil ein dämlicher technischer Fährtensucher dies vorgeschlagen hat. Wenn natürlich das Bedienpersonal dieses Gerätes aus freien Stücken 2 Wegpunkte löscht, konnte dieses Gerät eventuell gar nichts dafür. So verständigte man sich per Handy und einigte sich auf den Treffpunkt am Schiffshebewerk in Azviller. Detlef, der schon mal 5 Jahre in Saarbrücken gearbeitet hat, was aber auch schon 10 Jahre her ist, dachte er kennt noch eine Abkürzung und man habe eine Chance, die Motorräder einzuholen. Leider war der alte Grenzübergang zwischenzeitlich weg und man besichtigte ersatzweise die erste Sackgasse mit einer freundlich groß gestalteten Wendefläche. Also über 1 km Autobahn, dann nach Klein - und Großblittersdorf, Saargemünd, Saaralbe die N61 bis Phalsbourg, ein Stück N4 bis Azviller und Wiedervereinigung der Gruppe. Das die Franzosen die Besichtigung zwischen 11:30-14:30 Uhr wegen Mittagspause blockieren, hätte auch im Reiseführer stehen können. Tat es aber nicht. Also etwas verärgert, Schiffshebewerk von außen angeschaut und weiter nach Dabo. Den Pass hinauf dann zum Rocher de Dabo, eine Kapelle oben auf der Spitze. Hier fand man erst einmal historische Fahrzeuge - Respekt, auch die haben den Pass geschafft - und dann fand uns ein Gewitter mit entsprechenden Regenschauern. Also schnell die Getränke geleert, Regenklamotten an und Handschuhe gesucht (gell Bruno) , aber das Motto hieß jetzt vorsichtig fahren. Also ließ man die Tour über den Odilienberg und le Hohwald, um zügig nach Saint Dié und der trockenen Unterkunft zu kommen. Dort angekommen hörte der Regen auf, aber der Himmel war wolkenverhangen. Das Hotel St. Campanile liegt etwas außerhalb, ist aber richtig nett. Vor allem das Essen war zwar nicht billig, aber sehr gut und reichlich und so verbrachte man den Abend im gemütlichen Restaurant des Hotels. Bei der Betrachtung der Beleuchtung bei Nacht, was man froh, dass das Hotel zur grünen und nicht zur roten Farbe gegriffen hatte.

3. Etappe | Saint-Dié-des-Vosges nach Birkenbach

Pünktlich startend bei wolkenverhangenem Himmel, aber zumindest trocken, verzichteten wir trotzdem auf den angedachten Spaziergang, um trockenen Rades noch ein Stück zu fahren. So ging es über Anould, Gérbepal, Xonrupt-Longemer hoch nach La Schlucht. Der obligatorische Fotostop am Teufelsfelsen gehörte natürlich dazu, bevor wir rechts ab in die D430, der Route de Crête, abgebogen sind, einem der Kernstücke der Tour. Die Route de Crête führt von hier aus ca. 40 km nach Süden, immer auf den Höhengrade der Vogesen, also ohne großartigen Höhenunterschied, bis auf die Auffahrt (nach La Schlucht) und die Abfahrt nach Cerney.

Oben angekommen lag die Straße knapp unterhab der Wolkendecke, die aber einen Blick in die Täler zuließ, was eine eigenartige märchenhafte Stimmung mit sich brachte. Da der Hohneck nun mal noch höher liegt, haben wir zwar die Auffahrt gemacht (frei nach Norbert: Ei mir müsse doch net laufe), um zu sehen ob es am Gipfel besser ist, was aber leider nicht der Fall war. Aber Schneefelder waren abseits noch zu sehen. Dann die Tour fortgesetzt, mit ein paar Stopps, um Landschaft zu genießen, landeten wir schließlich auf dem höchsten Punkt, dem Grand Ballon bei ca. 1330 m, das Gegenstück des großen Belchen im Schwarzwald. Hier entschloss man sich, doch eine Kleinigkeit zu essen.

Schade, dass die Wolken immer noch da waren, denn die Aussicht von hier kann bis zum Mont Blanc gehen. Dann wieder rein in die Regenklamotten, da man sich mit dem Wetter nicht sicher war und die Abfahrt in Angriff genommen. Hier gab es nach halbem Weg eine kleine Überraschung. Auf einmal waren die Serpentinen in den Kurven mit Kopfsteinpflaster belegt, was dann doch die Geschwindigkeit erheblich gesenkt hat. In Uffholz/Cerney angekommen fuhr man wie geplant die Schnellstrasse und die Autobahn bis Ottmarsheim, da hier Drumherum nur Industriegebiet zu sehen ist. In Ottmarsheim runter von der Autobahn, bei Müllheim über den Rhein und bei Badenweiler die erste Tankstelle angefahren. Hier sah die Wetter auf einmal sommerlich freundlich aus, denn es war nun im Rheintal doch knappe 30Grad warm. Die Stimmung stieg dazu relativ schnell an, was bei den tiefhängenden Wolken in den Vogesen kaum der Fall war. Man entledigte sich der Regenklamotten und Pullover und mancher putzte auch in aller Ruhe seine Scheibe, und ließ sich dabei von den anderen bewundern, die bereits in Motorradjacke, Helm und Handschuhen in der prallen Sonne warteten (gell Günther). Dann machten wir uns an die kleinen Schwarzwaldstrassen über Hinterheubronn, Oberböllen, Wembach zurück auf die B317 nach Gschwend, Todtnau bis hinauf nach Feldberg, d.h. auf den Seebuck, der vorgelagerten Höhe des Feldberges. Hier fröstelte man dann doch schon wieder, denn wir waren bereits wieder über 1400 m hoch. Hier gab es Döner, Kebab Pizza, also alles was es sonst so gibt, bloß eine Schwarzwaldstube haben wir vermisst. Also setzten wir uns draußen beim Italiener in Sichtweite der Feldbergbahn um Eis, Kaffee und Kuchen zu genießen. Wir setzten dann die Fahrt fort, hinunter zum Schluchsee, um den See herum nach Birkenbach, wo die Gruppe sich aufteilen musste, da in einem Hotel nicht genügend Zimmer vorhanden waren. Den Abend ließen wir dann im Sonnenhof ausklingen, bei gutem Essen, Bier und Wein.

4. Etappe | Birkenbach - Bad Wildbad

In Birkenbach genoss unsere "Pensionsgruppe" "großmütterliche" Frühstücksbetreuung und brauchte damit ein paar zu entschuldigende Minuten länger bis zu Start. Der Weg führte uns dann durch die Wutachschlucht nicht über die Schwarzwaldhoch- oder Tälerstrasse. sondern auf den ganz kleinen Wegen bis nach Alpirsbach über Göschweiler, Rotenbach, Eisenbach, Vöhrenbach, Unterkirnach an Villingen vorbei nach Hardt und Alpirsbach. Die Kurven waren schön und man hätte alle paar Meter an beschaulichen Plätzen halten können. In Alpirsbach wurde erst mal der Verkaufsladen der Brauerei unsicher gemacht, um danach in einem der Brauhäuser, "Im Zwickel" im Biergarten gemütlich zu essen. Neben dem Biergarten war ein Sandkasten mit 2 größeren Baggern drin, so dass unsere Kleinkinder "Bruno" und Norbert" auch ein bisschen spielen konnten.

Danach wollten wir dann nicht mehr über die Nagoldtalsperre fahren, da das Thermomeer deutlich Richtung 30 Grad kletterte und wir beschlossen die B294 über Freudenstadt dann im Enztal weiter nach Wildbad zu fahren. Der "Sackgassenbeauftragte" der Gruppe entschied sich zuerst einmal doch Richtung Schrammberg zu fahren und als er den Eindruck hatte, die Ortsdurchfahrt sei gesperrt, folgte er logischerweise erstmal der Umleitung. Auf diese Weise war das Schwimmbad, an dem die Strasse endet auch schnell gefunden, aber um Schwimmsachen auszupacken, fehlte leider etwas Zeit, also zurück Richtung Freudenstadt, Gompelscheuer, Poppeltal Nonnenmiß nach Bad Wildbad. Angekommen nahm unser "BMW Paar" erstmal eine Auszeit und der Rest fuhr erstmal mit der Zahnradbahn auf den Sommerberg. Die Zahnradbahn hat 100-jähriges Jubiläum, aber Feierlichkeiten waren an diesem Tag kaum zu sehen. Auf dem Sommerberg suchte Achim erstmal den Platz für die Gleitschirmflieger und bog aber versehentlich auf den 5-Stündigen Wanderweg ein, auf dem wir Ihn schnell zurückbeorderten. Oben wurde dann noch ein Lokal in Beschlag genommen und auf der Terrasse die wunderschöne Aussicht in das Enztal genossen. Aber wie schon unten im Ort war der Anblick der Gebäude auf dem Sommerberg eher traurig. Kurgäste fehlen und so verfallen Gästehäuser und Hotels zusehends. Nach der Abfahrt um Abendessen in der Linde stieß dann auch unser BMW Paar, zusehend erholt, wieder zu uns. Wir konnten unter freiem Himmel direkt an der Enz essen und der Abend klang dann im Aufenthaltsraum des Hotels gemütlich unterm Vernichtung von 3-7 Flaschen Wein aus.

5. Etappe | Bad Wildbad - Heim

Von Wildbad führte der Weg durch das Enztal nach Pforzheim und über den Buckenberg auf die Platte nach Wiernsheim, Pinache nach Mühlacker, der Heimat von Petra und Detlef. Von unten war die große Muschelkalkfelswand mit der Ruine Löffelstelz zu bewundern und die Gruppe führ dann hinauf, um auch den Sendemast des Süddeutschen Rundfunks mit seinen 276 m Höhe anzuschauen. Nach ein paar Schnappschüssen und einem weiteren Gruppenbild kam eine weitere Überraschung hinzu. Zwar wurde zuerst getankt, die Fahrt führte dann weiter nach Lienzingen und Detlef bog nun unversehens in seine 3. Sackgasse ein, diesmal allerdings absichtlich. Am Ende auf dem Berg wohnen die Eltern von Petra, die ein zweites Frühstück mit Frikadellen und Leberkäs hergerichtet hatten. Nach 1 Stunde machte sich die Gruppe auf über Zaisersweiher, Sternenfels Zaberfeld nach Obrigheim, um hier den Neckar zu überqueren. Auf der linken Seite folgte man dann dem Flusslauf und auf einem Parkplatz verabschiedete sich als erstes Achim, der seine Frau in Alzey überraschen wollte. Günther, als "Lokalpatriot" bekannt, schlug vor, in Neckarsteinach in ein Restaurant, das er kennt, zu Mittag zu essen, was dankend aufgenommen wurde. Er brauchte dann allerdings keine 250 km um in einer Sackgasse zu landen, sondern nur ca. 15 Minuten. Hier entschloss man sich den Plan zu verwerfen, da er an der Abbiegung schon lange vorbeigefahren war. Also weiter nach Weinheim über die B3. Hier wurde noch ein Eis gegessen und die Truppe trennte sich. Petra und Detlef über die Autobahn heim, um ihre Tochter abzuholen, Hanno über die Autobahn nach Östrich-Winkel und der Rest über die Bergstrasse, Günther heimbringen, bevor er nochmals "versackt" und dann endgültig nach Bischofsheim, Ginsheim und Gustavsburg.

Es hat sehr viel Spaß gemacht und wieder einmal gezeigt, dass Motorradfahrer (Norbert, Rolf & Margit) und Rollerfahrer (der Rest) gemeinsam eine Tour fahren können. Dies kann man nach absolvierten 1100 km und insgesamt 4000 Höhenmeter schon zu Recht behaupten. Die Stimmung der Truppe war, wie immer, unschlagbar. Ich möchte mich für die Unterstützung und das Mitmachen deshalb bei allen herzlich bedanken.

Detlef